Der Akte X Spätstart Report: "Excelsis Dei" und "Böse geboren"

Wie jeden Mittwoch (Har har har, sorry, hatte diese Woche viel zu tun) folgt nun ein neuer Spätstart Report. „Excelsis Dei“ (fälschlicherweise im DVD Menü „Excelsius Dei“ genannt) ist dabei eine wirre Geschichte um alte Menschen, Geister und Pilze, während „Böse geboren“ eine Serienkillerfolge mit Twist ist.

xfilesExcelsisBöse03
Scully und perverse Geister

In der ersten Episode geht es um das Altenheim „Excelsis Dei“. Glaubt mir, Altenheime sind von Natur aus gruselige und deprimierende Orte. Ich habe da so meine Erfahrungen. Aber dieses Altenheim hat auch noch ein Geisterproblem. Dem fällt leider eine Pflegerin (Teryl Rothery, Dr Fraiser aus „Stargate SG1“) zum Opfer, die von einer unsichtbaren Kraft an ein Bett gefesselt und vergewaltigt wird. Auch wenn aus nachvollziehbaren Gründen Scully diesmal für den Fall Feuer und Flamme ist, muss Mulder erst überzeugt werden. Er hält die Geschichte des Unsichtbaren „nur“ für eine verdrängte Erinnerung und nicht für X-Akten würdig. Wer hätte gedacht, dass Mulder ein heimlicher Sexist ist? Sobald es um ein Sexualverbrechen geht, ist es nicht mehr sein Problem? Naja.

Die Pflegerin glaubt zumindest, dass es nicht nur ein Geist, sondern einer der Heimbewohner war, den sie an seinem Geruch erkannte. Da dieser aber noch lebt, über 70 ist und keine junge Frau derart überwältigen könnte, ist ihre Anschuldigung ziemlich zweifelhaft. Trotzdem, etwas Merkwürdiges geht hier vor. Der Oberarzt der Einrichtung führt eine experimentelle Behandlung an den Alzheimer Patienten durch und ein Pfleger verabreicht einigen von ihnen seine ganz eigene Medizin. Bald kommt es schon zu den ersten Todesfällen.

„Excelsis Dei“ ist eine etwas zwiespältige Angelegenheit. Das Drehbuch wurde aus Kostengründen sehr kurzfristig umgeschrieben, was leider deutlich zu sehen ist. Spannung kommt nur in wenigen Szenen auf, einige sind sogar unfreiwillig komisch. Und ob die Geister nun durch die Medikamente gerufen wurden, ob die Einwohner sie steuern konnten, ob die Geister nun alle aggressiv waren oder nur ein paar von ihnen Mörder und Vergewaltiger waren, ist auch unklar. Die Folge hat sehr viele interessante Einzelteile, aber in ihrer Gesamtheit passen sie nicht zusammen. Regie führte hier übrigens Stephen Surjik, der ein Jahr zuvor „Wayne’s World 2“ inszenierte und seitdem ein viel beschäftigter Fernsehregisseur ist. Er tut hier sein Bestes, wird aber eindeutig vom Drehbuch hängen gelassen.

Etwas besser ist „Böse geboren“. Darin geht es, zumindest zum Teil, auch um böse, alte Männer. Hauptsächlich aber um die Polizistin B.J. Morrow (Deborah Strang). Die hat eine Affäre mit ihrem Kollegen, Lt. Tillman (Terry O’Quinn, war ja nur eine Frage der Zeit, bis er auch hier auftaucht) und ist unerwartet von ihm schwanger. Als sie sich eines Abends mit ihm treffen will, um mit ihm darüber zu reden, halluziniert sie plötzlich und kommt wieder zu sich, als sie in einem weit entfernten Feld die Knochen eines FBI Agenten ausgräbt.

xfilesExcelsisBöse04
Gibt es eigentlich eine Serie, in der Terry O’Quinn nicht mitspielte?

Das Opfer verschwand vor 50 Jahren, bei der Suche nach einem Serienkiller, der seinen weiblichen Opfern das Wort „Sister“ in den Oberkörper ritzte. Zur Überraschung aller, läuft heute (also in der Gegenwart von 1994) ein Killer herum, der genau dasselbe mit seinen Opfern macht. Und Tillman ist der Ermittler in diesem Fall! Die Spur führt zu Harry Cokely („Dallas“ Darsteller Morgan Woodward), der kurz vor der ersten Mordwelle wegen einer Vergewaltigung und versuchtem Mord mit „Sister“-Ritzereien verurteilt wurde. Dass er nicht mit den anderen Taten in Verbindung gebracht wurde, war einfach nur Schlamperei. Logischerweise ist er nun ein Senior und zudem nicht mehr in der Lage, ohne Sauerstoffflasche zu leben, weshalb er als Verdächtiger ausfällt. Trotzdem häufen sich die Leichen und auch B.J.s Halluzinationen werden stärker. Was auch immer hier vor sich geht, sie ist irgendwie mit dem Täter verbunden.

„Böse geboren“ ist keine von den Folgen, die in irgendwelchen Top 10 Listen auftauchen, aber sie ist ein guter Füller. Spannend, atmosphärisch (Regie führte mal wieder Rob Bowman) und mit so einigen netten Twists, vor allem die Identität des Killers betreffend. Okay, sie ergibt nicht wirklich viel Sinn von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus, aber als Horrorgarn lasse ich es durchgehen. Mein Lieblingstwist ist hierbei allerdings Tillman, Terry O’Quinns Charakter. Anfangs ist er noch ein ziemlicher Unsympath, aber je weiter die Folge voranschreitet, desto klarer wird, dass er eigentlich ein ganz okayer Typ ist. (Jetzt mal abgesehen davon, dass er seine Frau betrügt.)

Diese beiden Folgen zeigen einige Stärken und Schwächen der Serie auf: Füllerepisoden, die oft etwas wirr und gehaltlos wirken, aber gleichzeitig gut unterhalten und manchmal sogar wirklich spannend sind. Es kann sein, dass sich „Akte X“ noch deutlich steigert, aber aktuell kann sie dem Hype nur bedingt standhalten und steht eher auf der Pulp Seite. Das ist jetzt nicht so tragisch. Diese ersten gut  1 1/2 Staffeln hatten einen höheren Unterhaltungswert, als die meisten anderen Serien in diesem Zeitraum, aber wenn das jetzt noch so weitergeht, bin ich doch etwas enttäuscht.

Facebooktwittergoogle_plusredditpinteresttumblr
Der hier ist auch gut:  Serientipp: Galavant

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.