Schon Juni? Mist. Egal. 13 Filme habe ich letzten Monat gesehen, einen sogar im Kino. Es wären mehr gewesen, aber bei der Hitze hatte ich keine Energie für irgendetwas. Noch nicht mal passiv auf einen Fernseher starren. Die volle Liste gibt es wie immer auf Letterboxd und hier ist meine kleine Preisverleihung:

Green Room

Green Room

Spannend, brutal, unvorhersehbar, einer der besten Survivalthriller aller Zeiten. Punkt!

 

subway

Subway

Der Film, der Luc Besson und Christopher Lambert auf den Radar internationaler Cineasten brachte. Er macht nicht viel Sinn, aber das ist gewollt. Der ganze Film wirkt, als wollte Besson uns einen Traum erzählen und wir alle wissen ja, wie plötzlich die Dinge, die uns im Schlaf noch logisch erschienen, dann nur noch absurd sind. Aber genau das macht den Reiz des Filmes aus. Noch nicht mal David Lynch schaffte es, die Stimmung eines Traumes derart realistisch auf die Leinwand zu bannen. Und das, obwohl Besson hier auf visuelle Spielereien verzichtet. Er lässt die Geschichte und die Charaktere für sich sprechen.

 

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Prometheus

Ja, “Prometheus” hat große Probleme, wie z.B. gigantische Logiklöcher und einen Haufen unsympathischer Arschlöcher als Protagonisten, aber als Horrorfilm funktioniert er einfach viel zu gut, um ihn zu hassen.

 

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True Lies

James Camerons erste und einzige Komödie dürfte eigentlich nicht funktionieren, tut es aber. Es ist ein 2 1/2 Stunden langes Actionepos (Damals der teuerste Film aller Zeiten!), das sich sehr lange auf einen RomCom Plot konzentriert, der erwachsener und emotionaler ist, als so mancher psychoanalytischer Arthausfilm. Gleichzeitig ist die Handlung aber auch herrlich absurd und sich nicht zu schade, immer wieder völlig alberne Slapstickgags einzuwerfen. Selbst nach fast einem Vierteljahrhundert ist es noch ein einzigartiger Film, der glänzend unterhält und eigentlich nur besser wird, je älter und emotional reifer man selber wird. Als Teenager ist der ganze Romantikkram vielleicht eher weniger interessant, mit Mitte 30 ist er fast interessanter, als der Geheimagentenplot.

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Lieblingsperformance des Monats:

Patrick Stewart in “Green Room”

Wir wissen, was für ein hervorragender Schauspieler dieser Mann ist. Gleichzeitig ist es merkwürdig, wie wenige Schurkenrollen er in seiner Karriere spielte. Seine Rolle hier, als sadistischer und charismatischer Neonazi Anführer, dem Menschenleben so wenig bedeuten wie Dreck unter seinen Fingernägeln, ist aber vielleicht eine seiner besten Leistungen. Kein Wunder, dass er beim Erscheinen des Films als Oscarkandidat galt. (Leider hat sich das ja nicht materialisiert.)

Zweitliebste Performance des Monats:

Der Cast von “Suicide Squad”

Es ist egal, was man von dem Film hält, aber man kann nicht leugnen, dass jeder einzelne Schauspieler hier mit dem Herzen dabei war. Margot Robbie bekam vielleicht die ganze Aufmerksamkeit (verdienterweise), aber Will Smith, Jai Courtney, Viola Davis und Co werten mit ihren Leistungen den Film derart auf, dass ich es kaum erwarten kann, bis Teil 2 in die Kinos kommt. Sogar Jared Letos White-Trash-Zuhälter-Joker gefällt mir.

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Drittliebste Performance des Monats:

Bill Paxton in “True Lies”

Der kürzlich verstorbene Bill Paxton war jemand, der immer zumindest sympathisch wirkte. Hier hatte er die seltene Chance, sein Talent für übertriebene Komik zur Schau zu stellen und stiehlt als herrlich schmieriger Möchtegernfrauenheld allen Anderen die Show.

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Orion 3000 – Raumfahrt des Grauens

Ich habe ja eine hohe Toleranz gegenüber schlechten Filmen, aber das ist wirklich eines von diesen Werken, bei denen alle Beteiligten vermutlich ihre Drehpausen damit verbracht haben, sich weinend zu fragen, wie sie da nur hineingeraten sind.

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Elliot, der Drache

Ein wirklich gut inszenierter und gespielter Film, mit einem hohen Unterhaltungswert, aber zur selben Zeit auch nur eine in jeder Sekunde vorhersehbare “Mein magischer Freund und ich” Geschichte.

 

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Ghostbusters (2016)

Ist der Film gut? Er ist eigentlich in allen Belangen Mittelmaß und wäre normalerweise keinen Tofu Award wert, aber es wurde so sehr auf ihn eingetreten, sowohl von irgendwelchen Wirrwuzzies, die Angst hatten, dass Paul Feig und Kristen Wiig ihren Pillemann abschneiden würden, wenn es der Film in die Kinos schafft, als auch von Fans des Originals, die nach Jahrzehnten des Wartens auf einen dritten Teil, einfach kein Remake mit einer neuen Besetzung sehen wollten. Nein, der neue “Ghostbusters” ist kein Zelluloiddesaster, dass “Manos”, “The Room” oder auch nur “Orion 3000” im Vergleich gut aussehen lässt. Er ist aber auch kein Must-See und wäre ohne den prestigeträchtigen Titel wohl schon wieder vergessen. Er hat nur einfach diesen riesigen Hasstsunami nicht verdient.

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