Es ist kein Geheimnis, dass ich ein Fan von “Bob’s Burgers” bin, der vielleicht frischesten und unterhaltsamsten animierten Comedyserie seit “The Venture Bros”. Leider fristet sie hier ihr Dasein, mit einer wirklich mittelmäßigen Synchro, im Comedy Central Ghetto und eine DVD-Veröffentlichung ist auch noch nicht in Sicht. Immerhin können wir uns am Soundtrack erfreuen.

Wer die Serie kennt, weiß, dass es dort immer wieder kurze Musikeinlagen gibt. Das ist zwar ein ausgelutschtes Klischee, aber immerhin sind die meisten Songs wirklich witzig und haben oft auch gelungene Melodien. Im Abspann der jeweiligen Folgen, werden diese Songs entweder erneut als Remix aufgegriffen oder einzelne Gags werden zu kurzen Musikstücken verarbeitet. Und ja, es ist schön, diese endlich auch besitzen zu können.

Die gute Nachricht: Mit 112 Songs, die sich auf dem Album befinden, bekommt der Fan eine Menge geboten und ich kann mich jetzt aus dem Stegreif an kein Lied erinnern, das fehlen würde. Allerdings ist bei der Menge auch klar, dass die meisten Stücke nicht wirklich viel länger sind, als im Fernsehen. Das ist verständlich, weil sie wohl von vornherein nur komponiert wurden, um eine oder zwei Minuten Sendezeit zu füllen, aber hin und wieder hätte ich mir schon mehr Spielzeit gewünscht.

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Ich muss auch erwähnen, dass ich es bis jetzt nicht geschafft habe, mir das Album, trotz humaner Länge von zwei Stunden, in einem Rutsch komplett anzuhören. Es sind halt Comedysongs aus einer Comedyserie und die jeweiligen Sprecher singen ihre Lieder schrill, schräg und schief. Das fällt nicht ins Gewicht, wenn es für ein paar Sekunden innerhalb einer 20 Minuten langen Folge, mit vielen Dialogpausen passiert, aber in dieser Menge und Fülle, in der man es uns auf dem Album um und in die Ohren haut, ist es schon irgendwie Körperverletzung.

Immerhin gibt es auch einige gute Gastsänger. Cyndi Lauper singt “Taffy Butt”, eine Parodie auf ihr “Goonies R Good Enough”. Kevin Kline, der in der Serie den exzentrischen Mr. Fishoder spricht, singt ebenfalls einige Songs. Diese singt er zwar im Charakter und dementsprechend klingt seine Stimme etwas dünner, als man es von dem Film- und Theaterstar gewohnt ist, aber es klingt immer noch gut. “New Girl” Star Max Greenfield hat in der Serie ebenfalls eine wiederkehrende Rolle als Boybandstar und überzeugt mit einer Popstarstimme, die wie bei den meisten echten Popstars gut, aber nicht zu gut ist. Schließlich gibt es noch, zumindest in der digitalen Version, die “Bob’s Buskers” Versionen. Dies sind Coverversionen einiger Songs, dargeboten von The International, St. Vincent, sowie Stephin Merritt und Kenny Mellman. Diese werden tatsächlich ernsthaft dargeboten und es interessant, wie gut so alberne Lieder, wie “Electric Love”, die Ballade der tragischen Liebe zwischen Thomas Edison und Topsy, der Elefantendame, oder das Thanksgivinglied “Sailors In Your Mouth” plötzlich klingen und wie viel witziger sie dadurch sogar noch werden.

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Ich gebe zu, ich klinge hier mal wieder negativer, als ich eigentlich wollte. “The Bob’s Burgers Music Album” ist ein Must-Have für die Fans der Serie. Als dieser weiß man genau, was auf einen zukommt, kennt den jeweiligen Kontext und ist froh, endlich seine musikalischen Lieblingsmomente in guter Qualität zu besitzen. Alle Anderen werden vermutlich genervt und fassungslos den Kopf schütteln,  aber für die wurde dieses Album auch nicht veröffentlicht.

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