Gorillaz Humanz Cover

Vor ein paar Tagen ist “Humanz”, das neue Album von Damon Albarns Fakeband Gorillaz erschienen. Ich war ein unglaublicher Fan von ihnen. Naja, zumindest der ersten beiden Alben. Das Debüt “Gorillaz” und der Nachfolger “Demon Days” sind moderne Meisterwerke der Populärmusik und stechen auch im Jahr 2017 immer noch durch originelle, Genregrenzen durchbrechende Ideen, gelungene Melodien und eine erstklassige Produktion hervor. Leider waren die beiden Nachfolger “Plastic Beach” und “The Fall” unerträglich monoton und auch, durch den übermäßigen Gebrauch von Gastvokalisten, überraschend anonym. Ja, Damon Albarns Grundidee der Gorillaz, war es, durch imaginäre Bandmitglieder die Austauschbarkeit von Popacts zu karikieren, aber ein gewisser Erkennungswert sollte schon vorhanden sein.

Im Prinzip führt “Humanz” dieses Konzept fort. Kaum ein Song kommt ohne Gastsänger oder –rapper aus, die den jeweiligen Track dominieren. Zwischendurch gibt es mal ein paar Zeilen von Albarn 2-D zu hören, aber das Album hört sich in seiner Gesamtheit dann doch eher wie ein Sampler verschiedener Künstler, als ein Album eines einzigen Acts an. Immerhin scheint sich langsam die Wolke der Monotonie zu lösen. Ich kann die Songs diesmal sogar auseinanderhalten, womit ich vor allem bei “Plastic Beach” Probleme hatte! Aber richtige Weltklasseware, wie Anfang des Jahrtausends, gibt es auch hier nicht. Die Highlights sind das überraschend Bassdrumlastige “Momentz” (feat De La Soul) und “Charger”, mit der legendären Grace Jones.

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Den Rest kann man als “ganz nett” einstufen. Hin und wieder gibt es mal eine gute Idee, aber die simplen 808 Beats und brummenden Synths dominieren. Es lässt sich gut anhören, geht nicht auf die Nerven, ist aber schnell wieder vergessen. Das ist definitiv eine Verbesserung gegenüber den letzten beiden Alben, aber nicht gut genug. Ich bin zwar noch nicht bereit, die Band komplett aufzugeben, aber ich werde nicht die Tage bis zum nächsten Album zählen. Schade.

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