Wow. Ich verlange nicht allzu viel von Filmen. Um genau zu sein, hat man mir schon oft vorgeworfen, viel zu gnädig zu sein. Aber dieser Monat war wirklich eine selten gesehene Ansammlung an Mittelmaß und Mist. Da passt meine übliche “Preisverleihung” diesmal gar nicht, also werde ich wieder ein paar Worte über jeden gesehenen Film schreiben.

house_of_the_long_shadowsDas Haus der langen Schatten ist ein eigentlich okayer Versuch, in den 80ern, mit Hilfe der B-movie Schmiede Cannon, den klassischen Gothic Horror wiederauferstehen zu lassen. Passenderweise konnte man mit Peter Cushing, Vincent Price, Christopher Lee und John Carradine einige große Namen des klassischen Horrorfilms gewinnen, die den Film auch tatsächlich aufwerten. Dieses Gipfeltreffen sorgt in der ersten Hälfte ganz alleine für den hohen Unterhaltungswert. Als die Geschichte dann zum, teilweise überraschend blutigen, Slasherfilm wird, verzeiht man den langsamen Einstieg sofort. Das Ende ist aber eine zwiespältige Angelegenheit, die so einiges kaputt macht. Aber die guten Schauspieler reißen es trotzdem wieder heraus.

Über Spawn und Batman & Robin habe ich ja schon an dieser Stelle ein paar Worte verloren. Nicht, dass das bei den legendären Kinoflops überhaupt nötig wäre. Der Angry Birds Film war hervorragend animiert und hatte im letzten Akt einige grandiose Actionmomente zu bieten. Auch die “Es ist okay manchmal wütend zu sein, weil es oft die beste Reaktion auf die Welt ist”-Botschaft, ist für einen Kinderfilm erfrischend. Leider ist der Film im Großen und Ganzen komplett austauschbar, mit all den anderen hyperaktiven Cartoons der Post-“Shrek” Ära, auch wenn so einige von denen mich immerhin mehr zum lachen animieren, als dieser hier es tat. (Mein einziger Lacher kam von einem sehr langen Pinkelwitz, was vielleicht mehr über mich, als über den Film aussagt.)

Rob Zombie ist selbst unter Horrorfans ein umstrittener Filmemacher. Ich persönlich war bis jetzt immer auf seiner Seite und auch sein letztes Werk 31 gefiel mir scheinbar besser, als den meisten Anderen. Zombie ist einfach jemand, der sich und seine Schockrocker Show weniger ernst nimmt, als es seine Kritiker tun. Leider fehlt es seiner Killerclownorgie an Spannung und die nervige Wackelkamera ist unverzeihlich.

Der hier ist auch gut:  Mein persönlicher September 2017 Filmrückblick

48 hrsNur 48 Stunden war nicht nur der Film, der Eddie Murphy zum Star machte, sondern auch der vielleicht meistkopierte Film der 80er. Gut gealtert ist das Ding aber nicht. Die Gags ziehen nicht, die Handlung ist langweilig, die Action unspektakulär und die Protagonisten (Ein unzuverlässiger Cop, der ständig mit rassistischen Beschimpfungen um sich wirft, “weil es sein Job ist” und ein Knacki, der ständig versucht flachgelegt zu werden) kann man einfach nicht mögen. Die Fortsetzung Und wieder 48 Stunden ist aber deutlich besser. Es ist noch immer kein Film, den man gesehen haben muss, aber die Action ist besser, ich habe sogar ein paar mal gelacht und auch die beiden Arschlochprotagonisten sind diesmal tatsächlich ein Stück liebenswert.

Hollywood Party ist ein sehr interessantes Stück Kino. Halb Hollywoodsatire, halb die Sorte Selbstbeweihräucherung, die sich so Viele unter Hollywood vorstellen, gibt es hier eine lose Aneinanderreihung von Sketchen und Revuenummern, mit heute mal mehr, mal weniger vergessenen Stars der 30er Jahre. Die Highlights sind definitiv Charles Butterworth, als leicht trotteliger Millionär, der Gastauftritt der Three Stooges und natürlich Stan Laurel und Oliver Hardy, die den Film in der letzten Viertelstunde komplett an sich reißen.

Pets recycelt mal wieder den “Toy Story” Plot (“Zwei Charaktere, die sich anfangs hassen, müssen zurück nach Hause finden”) und hat ein paar wirklich witzige Sightgags zu bieten. Mehr aber auch nicht. Mo’ Money – Meh’ Geld hat nicht nur einen dämlichen, deutschen Untertitel (Obwohl er ja eigentlich nicht inkorrekt ist), sondern funktioniert von vorne bis hinten nicht. Mal ist er eine überdrehte Slapstickkomödie, dann ein verhältnismäßig brutaler Actionfilm, dann eine langweilige Romanze. Keine Ahnung, was sich Hauptdarsteller und Drehbuchautor Damon Wayans (Sr) dabei gedacht hat.

Ace Ventura wird einzig und alleine von Jim Carreys Grimassenkunst getragen. Der Film ist absoluter Durchschnitt, aber dank Carreys überdrehter Darbietung, muss man selbst über so einige homo- und transgenderphobische Witze lachen. (Aber schlecht fühle ich mich trotzdem.)

The Finest Hours ist ein weiterer teurer Flop für Disney gewesen. Wie üblich ist aber auch er nicht so schlecht, wie sein Einspielergebnis es erwarten lässt. Das Seenotdrama nach einer wahren Begebenheit, verschwendet nur verhältnismäßig wenig Zeit auf seine kitschige Lovestory und überzeugt zu den richtigen Momenten in der Spannung- und Spektakelabteilung.

Der hier ist auch gut:  Der persönliche Mai 2016 Filmrückblick

bone_tomahawkDer Horrorwestern Bone Tomahawk war ohne Zweifel der beste, eigentlich sogar einzige, wirklich gute Film des Monats. Es dauert zwar fast zwei Drittel der Laufzeit, bis der Horror losgeht, aber der Westernteil überzeugt mit starken Charakteren, wunderschönen Bildern, spannenden Momenten und einem immensen Unterhaltungswert. Richard Jenkins, als oft vertrottelt wirkender, aber eigentlich sehr zuverlässiger Hilfssheriff und Arzt, spielt hierbei seine Co-Stars Kurt Russell, Patrick Wilson und Matthew Fox an die Wand. Wenn es dann schließlich zum Showdown zwischen Cowboys und Kannibalen kommt, wird es verdammt blutig, bleibt aber dank der Übermacht der Gegner durchweg spannend. Diese Troglodyten (ganz wichtig: Keine Indianer!) sind mehr Dämon als Mensch und haben ihre Opfer schon dreifach verstümmelt und getötet, bevor diese nur eine Möglichkeit haben, zu reagieren. Selbst als unbeteiligter Zuschauer vor dem Fernseher hat man da Angst vor dem, was hinter jeder Ecke lauern könnte.

Ich bin es gewohnt, dass ich von völlig Fremden im Internet beleidigt werde, weil ich “Pulp Fiction” und “Blade Runner” nicht mag. So wie es aussieht, muss ich The Breakfast Club auch auf diese Liste setzen. Diese verfilmte Gruppentherapie von unsympathischen Klischeecharakteren, die mit jeder neuen Facette, die wir an ihnen entdecken, auch weiterhin Klischees bleiben, hat bei mir nur Kopfschütteln hervorgerufen. Wenn dann am Ende die einzige, interessante Person ein Make-over zu einem langweiligen Modepüppchen bekommt und sofort mit einem Kuss von ihrem geheimen Schwarm belohnt wird, wird es auch noch richtig ärgerlich.

up_the_creekUnterhaltsamer ist da Das turbogeile Gummiboot. Ja, der Film hat nur etwas mehr Niveau, als es der deutsche Titel vermuten lässt und es wird auch kein Klischee der 80er Jahre Collegekomödie ausgelassen, aber ein großer Teil der Gags hat mich zum lachen gebracht. Das ist ja nun wirklich das Mindeste, was man von so einem Film erwarten kann.

Und das wäre es dann für April. Hoffentlich wird der Mai besser.

Facebooktwittergoogle_plusredditpinteresttumblr