Der erste, größere Promitod des Jahres 2017, ist einer, der mich schon ziemlich hart trifft. Miguel Ferrer war kein Superstar, der viele Hauptrollen spielte, aber er war ein vielbeschäftigter Nebendarsteller, der eigentlich immer einen Eindruck hinterließ.

In meiner Kritik zu “The Night Flier” beschrieb ich ihn als “Arschlochdarsteller #1” und ohne es tiefer recherchiert zu haben, bin ich sicher, dass es sehr akkurat ist. Privat soll er ein sehr netter und witziger Mensch gewesen sein, aber auf der Leinwand und im Fernsehen, war er jemand, den man gerne dabei beobachtete, wie er seine Mitmenschen auf trockenste Weise und mit versteinerter Miene beleidigte oder ihnen sogar schlimmeres antat. Ferrer, der Sohn von Schauspiellegende José Ferrer und Rosemary Clooney, was ihn zu George Clooneys Cousin machte, spielte in seiner Karriere dutzende Unsympathen, Verräter, Mörder, Mistkerle und so weiter. Manchmal mochte man seine Charaktere trotzdem, manchmal war man froh, wenn sie ihre gerechte Strafe bekamen, aber immer zählten seine Auftritte zu den Highlights. Er war ein Schauspieler, der selbst in den schlechtesten Filmen immer 100% gab.

Der hier ist auch gut:  R.I.P. Scott Nimerfro

Aktuell spielte er seit Jahren die Rolle des (natürlich größtenteils ziemlich humorlosen) Assistant Director Granger in “NCIS: Los Angeles”, aber man kannte ihn natürlich auch aus “Robocop”, “Star Trek 3: Auf der Suche nach Mr Spock”, “Twin Peaks”, “Crossing Jordan”, “Traffic”, “Iron Man 3”, “Hot Shots 2” (eine der seltenen Gelegenheiten, in denen er mal albern sein durfte), ganzen drei Folgen von “Geschichten aus der Gruft”, “MacMillionär”, “The Stand”, “Deep Star Six” und und und. Selbst wenn man seinen Namen nicht wusste, er war so gut beschäftigt, dass so ziemlich jeder ihn wohl als “Hey, der Typ schon wieder” identifizieren konnte.

Miguel Ferrer verstarb gestern, am 19.01.2017 an einem Krebsleiden und seine Präsenz in Film und Fernsehen, wird sehr vermisst werden.

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