Okay. Es ist Januar. 2017. Verdammt, ging das schnell. Ich erinnere mich noch an die Millenniumshysterie von vor 17 Jahren, aber ich schweife ab.

Filme! Insgesamt habe ich letztes Jahr 187 gesehen, was ein guter Durchschnitt für mich ist (schließlich werde ich nicht dafür bezahlt und habe noch andere Dinge zu tun, ob ich will oder nicht), aber 2015 waren es über 200! Interessanterweise hatte ich es geschafft, mir 14 Filme anzuschauen, die tatsächlich 2016 veröffentlich wurden! Ich habe schon öfter angemerkt, dass ich mit Neuerscheinungen normalerweise immer hinterher hänge, weil ich es nicht so oft ins Kino schaffe und es ohnehin viel mehr ältere Filme gibt, die ich mir erst ansehen muss, aber dieses Jahr hatte ich einen guten Lauf. Okay, drei davon habe ich mir während eines langen Interkontinentalflugs angesehen, einer war ein Fernsehfilm und zwei waren Netflix Produktionen, was das wohl erklärt. (Und mir ist aufgefallen, dass Disney seine Filme nun überraschend schnell ins Pay TV bringt, was auch sehr hilfreich ist.) Insgesamt war ich sogar fünf mal im Kino! (Zwei mal in Kanada.)

Doch zurück zum Dezember. 15 Filme sah ich letzten Monat. Naja, 14 1/2. Ich will „Santa Claus“ nicht wirklich zählen, da er Teil von Tele 5s „SchleFaZ“ Reihe war. (Normalerweise bin ich ja kein Freund vom sich-über-schlechte-Filme-lustig-machen, aber der sah so trippy aus, den musste ich mir einfach antun!) Die Qualität der gesehenen Werke, war eigentlich schon ziemlich hochwertig, auch wenn wohl keiner der Filme es auf meine Liste der absoluten Lieblingsfilme schaffen würde. Richtige Totalausfälle, die einfach nur schlecht und dilettantisch waren, gab es auch keine. Selbst mein Lowlight des Monats hatte immerhin noch einen talentierten Regisseur, der den Film viel teurer aussehen ließ, als er war, zu bieten. Dazu später mehr.

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Wie immer könnt ihr meine gesamte Liste an gesehenen Filmen auf Letterboxd lesen.

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The Jungle Book

Eine durch und durch unterhaltsame Neuinterpretation des Klassikers, mit den vielleicht eindrucksvollsten Spezialeffekten seit „Gravity“. Disney hat dieser Tage einen schlechten Ruf als seelenlose Kommerzmaschine, aber Filme wie dieser beweisen, dass das Maushaus die meiste Zeit über weiß, was es tut und mehr Mut besitzt, als die meisten anderen Studios.

Okami: Am Totenfluss

Teil zwei der klassischen Reihe um den Ronin und sein Kind, schlägt den schon hervorragenden ersten Teil, mit einem Haufen absurder und knallharter Gewalt, sowie einem Regenbogen an visueller Poesie.

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Schweinchen Babe in der großen Stadt

Bei seinem Erscheinen wurde diese Fortsetzung, bei der „Mad Max“ Macher George Miller die leicht kitschige Idylle von Teil 1, durch die Melancholie und den präzise choreografierten Slapstick eines Charlie Chaplin Films ersetzte, ohne dabei die Toleranz- und „wachse über dich hinaus“-Botschaft des Vorgängers zu ignorieren, als Desaster betrachtet. Zuschauer jeden Alters waren verstört! Ich mochte den Film eigentlich schon immer (#Hipsteralarm) und ich bin froh, dass er über die Jahre hinweg von mehr und mehr Menschen als das Meisterwerk betrachtet wird, das er tatsächlich ist.

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Der König der Löwen

Nicht alle animierten Disneyfilme der 90er Jahre Renaissance haben sich so gut gehalten wie dieser. Die Animation ist auch nach über 20 Jahren noch Top (Der SlowMo Kampf zwischen Simba und Scar ist verdammt cool!)und das Drehbuch hat keine Löcher. Ich bin gespannt, wie Disney den im ihrem Realfilmremake toppen will!

Lieblingsperformance des Monats

Christopher Reeve in „Somewhere In Time – Ein tödlicher Traum“

Der Film selber ist ziemlich kitschige und langatmige Mischung aus Liebes- und Zeitreisefilm, aber Reeve zeigt hier die vielleicht beste Leistung seiner Karriere und spielt sogar den einzigartigen Christopher Plummer an die Wand!

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Zweitliebste Performance des Monats

Keanu Reeves in „Eine verrückte Reise durch die Nacht“

Keanu ist nicht wirklich ein guter Schauspieler, aber Ende der 90er schaffte er es, „Matrix“ sei dank, sein limitiertes Talent wie echte Coolness wirken zu lassen. In den 80ern sah man ihn hin und wieder in Komödien und dort hatte er keine Angst davor, so richtig albern zu sein. Und so sehr ich „Bill & Ted“ liebe, nie war er lustiger als hier. Oft musste er gar nichts sagen, um mich zum lachen zu bringen. Seine Körpersprache und Gesichtsausdrücke waren genug.

Drittliebste Performance des Monats

Jet Li in „The One“

Dies ist kein besonders tiefgründiger Film und Li wird hier auch nicht viel abverlangt, aber als Mann mit hoher Arbeitsmoral, hängt er sich trotzdem voll in seine Doppelrolle als durch und durch guter Mann und dessen abgrundtief böses und größenwahnsinniges Gegenstück aus einem Paralleluniversum. Nicht viele Schauspieler sind so überzeugend als Durchschnittstyp und Bedrohung.

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Monsters

Sorry, aber meine Toleranz gegenüber langweiligen, verwackelt gefilmten, größtenteils improvisierten Dramen ohne Handlung, ist dieser Tage verdammt niedrig. Immerhin, das Debüt von „Rogue One“ Regisseur Gareth Edwards zeigt ein gewisses Talent auf dem Regiestuhl. Vor allem in Anbetracht des wirklich niedrigen Budgets. Leider ist der Film eine einzige Qual und die weniger als 90 Minuten Laufzeit fühlen sich wie drei Stunden an.

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Monsters

Ja, ich muss ihm beide Negativpreise des Monats geben. Ich verstehe nicht, warum dieser Film so viel Liebe von Kritikern und Publikum erhalten konnte.

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Schweinchen Babe in der großen Stadt

Wie gesagt, fast alle hassten den Film, aber er ist mindestens genau so gut, vielleicht noch besser, als Teil 1. Sein Problem ist nur, dass er anders ist.

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