Der persönliche November 2016 Filmrückblick

Oh Mann. Eigentlich wollte ich nach dem #Horrorctober den November nutzen, um mir hauptsächlich Klassiker und sogenannte „anspruchsvolle“ Filme anzusehen. Dann brauchte ich aber aus offensichtlichen Gründen jede Form von Eskapismus, die ich kriegen konnte und beendete den Monat schließlich mit der kompletten „Chucky“ Reihe, von der ich vorher nur 50% kannte.

Diese Reihe hat aber einen überraschend interessanten Werdegang. Teil 1 ist erstaunlich gut gealtert und versucht eher, ein spannungsbasierter Thriller als ein harter Splatterfilm zu sein. Teile 2 und 3 sind jetzt auch nicht unbedingt Splattergranaten, werfen aber alle guten Vorsätze über den Haufen und fallen dann eher in die Kategorie: „Mittelmäßige bis schlechte Slasherfilme“. Immerhin enden beide wirklich unterhaltsam und Teil 2 hat mit Stefan Czapsky („Edward mit den Scherenhänden“, „Ed Wood“, „Batmans Rückkehr“) einen Kameramann, der das Ding viel besser aussehen lässt, als es im Endeffekt ist. In Teil 4 wird die Reihe plötzlich zur Horrorkomödie. Und zwar mit Erfolg! „Chucky und seine Braut“ toppt nicht nur die visuelle Brillanz von Teil 2 (Kameramann Peter Pau gewann ein paar Jahre später den Oscar für seine Arbeit an „Tiger & Dragon“!), sondern ist auch vielleicht der vielleicht beste Meta-Horrorfilm der Post-„Scream“ Ära! Teil 5, „Chuckys Baby“, ist alles egal und wir bekommen hier eine irgendwie dämliche, aber auch verdammt witzige Mischung aus Horrorkomödie (mit Betonung auf „Komödie“ und Hollywoodsatire serviert, bevor „Chuckys Fluch“ letztendlich der Reihe ihre Würde auf verdammt spannende Weise wiedergibt. Völlig egal, was man von der Mörderpuppe hält, man muss anerkennen, dass dies eine der unterhaltsamsten und vielseitigsten Filmreihen aller Zeiten ist!

Der hier ist auch gut:  #Horrorctober: Die Frau in Schwarz

Doch genug von Chucky, hier ist meine übliche, monatliche Preisverleihung:

575pentagon_wars
Krieg im Pentagon

Es ist lustig, weil es wahr ist. Und aus demselben Grund ist es auch traurig. Diese wahre Geschichte um die jahrzehntelange Entwicklung eines Panzers und der damit verbundenen Steuerverschwendung, treibt einem Lachtränen in die Augen und lässt einen seinen Kopf immer und immer wieder gegen die Wand schlagen.

herren dracula
Die Herren Dracula

Diese semi-obskure, französische Vampirkomödie ist handlungstechnisch etwas überhastet und unausgegoren, macht aber so viel Spaß, dass man die Mängel übersieht.

step_brothers_ver2
Stiefbrüder

Adam McKay und Will Ferrell sind einfach ein fast unschlagbares Team und ihre gemeinsamen Filme gehören zu den wenigen Studiokomödien des 21. Jahrhunderts, die mich garantiert zum lachen bringen. Punkt.

childs_play
Chucky, die Mörderpuppe

Wie schon anfangs angemerkt, ist der Film sehr gut gealtert. Er ist vielleicht nicht unbedingt gruselig, kann aber immer noch genug Spannung aufbauen. Das kann nicht jeder 80er Jahre Horrorstreifen von sich behaupten!

Lieblingsperformance des Monats

Dieter Hallervorden in „Sein letztes Rennen“

Eigentlich sollte man heute nicht mehr überrascht sein, wenn sich ein Komiker als hervorragender Charakterdarsteller entpuppt, aber es ist schön zu wissen, dass dies auch auf deutsche Komiker zutrifft. Die Slapstickikone der 70er und 80er rührt einen hier mehr als einmal zu Tränen und überzeugt auch mit leisem Humor.

Zweitliebste Performance des Monats

Christopher Lee in „Die Herren Dracula“

Andersherum funktioniert es auch: Charakterdarsteller sind oft hervorragende Komiker. Lee gibt hier zwar nicht den Didi und spielt den Film mit der charismatischen Würde, die man von ihm gewohnt ist, aber wenn er denn dann mal witzig sein darf, sorgt er einige der größten Lacher des Films.

Der hier ist auch gut:  Mein persönlicher Januar 2018 Filmrückblick

Drittliebste Performance des Monats

Rutger Hauer in „Die Jugger – Kampf der Besten“

Genau wie Christopher Lee zu Lebzeiten, ist auch Rutger Hauer ein Schauspieler, der jeden Film aufwertet und nie eine schlechte Leistung abliefert. Dieses postapokalyptische Sportdrama hat seine Längen und einen Haufen Schwächen, aber Hauer überzeugt in jeder Sekunde.

hitman
Hitman

Der Film wirkt so billig dahingeschludert und amateurhaft inszeniert und geschrieben, dass es ein Wunder ist, dass er tatsächlich in die Kinos kam! Aber selbst auf dem Videothekenmarkt gibt es bessere Filme. Schade um die gute Besetzung. (Auch wenn Timothy Olyphant hier, wie eigentlich immer vor „Justified“, schrecklich fehlbesetzt ist.)

seed_of_chucky
Chuckys Baby

Okay, ich will nicht behaupten, dass die Fans kein Recht haben, den Film zu hassen. Ich kann verstehen, warum er so verhasst ist und es ist durchaus berechtigt. Aber der Punkt ist, ich habe mich totgelacht! Ich bin froh, dass der nächste Teil der Reihe wieder ein ernsthafter (und wirklich guter!) Horrorfilm ist, aber Chucky als ahnungsloser Papa, der von John Waters beim masturbieren beobachtet wird, während Tiffany versucht Jennifer Tilly zum weniger nuttig sein zu bewegen, ist einfach zu witzig. Zumindest in meinen Augen.

Das war es dann für November. Für eine volle Übersicht aller von mir gesehenen Filme, geht auf Letterboxd.

Facebooktwittergoogle_plusredditpinteresttumblr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.