Ja, ich musste den #Horrorctober leider vorzeitig, mit nur zwölf gesehen Filmen abbrechen. Ich habe mich da wohl etwas mit der Zeit verschätzt und gestern war ich den ganzen Tag unterwegs, also wird das nix mit Nummer 13. Das ist aber gar nicht mal so schlecht, denn selbst wenn die zwölf Filme überraschend unterschiedlich waren, ist es schon ziemlich langweilig, sich einen Monat lang nur mit einem Genre zu befassen. Vor ein paar Jahren hatte ich schon mal versucht, mir einen Monat lang nur Horrorfilme anzusehen (Im Dezember, als Gegenmittel zur Weihnachtsfreude), aber dieses Unterfangen nach kurzer Zeit aus den selben Gründen abgebrochen. Ob ich also nächstes Jahr wieder beim #Horrorctober mitmache, steht in den Sternen. Vielleicht, wenn ich jemanden finde, mit dem ich mir die Filme zusammen ansehen kann. Könnte mir vorstellen, dass es dann mehr Spaß macht.

Dieses Jahr waren überraschend viele atmosphärische Geistergeschichten darunter. „Die Frau in Schwarz“, „Mama“, „Crimson Peak“, „Session 9“ und das „Poltergeist“ Remake. Einige waren mehr auf Jumpscares ausgelegt als Andere. Einige hatten mehr Interesse daran, den/die Geist/er als echten Charakter zu präsentieren, während Andere ihn nur als gesichtslosen Vorwand nahmen, um die Zuschauer mit Schatten und Geräuschen zu ängstigen. Und in zwei Fällen waren die Geister eher Metaphern, wobei es in einem der beiden Filme am Ende überhaupt keine Geister gab!

Zwei meiner drei Lieblingsfilme des #Horrorctobers, waren eigentlich keine Horrorfilme. „Die Frau in Schwarz“ war auf jeden Fall einer und hat seine Gruselkarten mit voller Lust und Leidenschaft ausgespielt. „Der Babadook“ war nur bedingt einer und nutzte seinen paranormalen Antagonisten eher, um den alltäglichen Horror unserer Welt zu versinnbildlichen. „Mein Bruder Kain“ ist wirklich nur ein Thriller, aber so derart surreal und albtraumhaft, dass er trotzdem irgendwie in diese Kategorie passt.

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Es war natürlich auch nicht alles gut, aber zum Glück waren die wirklich schlechten Filme spärlich gesäht. „Pumpkinhead 2“ bot außer einem Hauch unfreiwilliger Komik nichts und „Mondblut“ hatte einen originellen Plot und eine starke Besetzung, aber sonst nur Langeweile zu bieten.

Aber schauen wir uns mal die High- und Lowlights des Monats etwas genauer an:

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Mein Bruder Kain

Ein herrlicher Mindfuck, bei dem man in fast jeder Szene das irre Kichern des Regisseurs im Hintergrund hören konnte. Getragen von einem mal wieder hervorragenden John Lithgow, der hier erneut fast das ganze Spektrum seiner Schauspielkunst, von subtil bis mega, von sympathisch bis hassenswert zeigen darf.

 

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Die Todeskarten des Dr. Schreck

Kein Meisterwerk, aber trotz aller Probleme und der unterschiedlichen Qualität der einzelnen Episoden, durch und durch sympathische und unterhaltsame Kost für Freunde klassischen Grusels.

 

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MacGruber

Es gibt viele Gründe, warum dieser Film zum katastrophalen Kinoflop wurde, der ist. Zum Beispiel waren die „MacGruber“ Sketche aus „Saturday Night Live“, auf denen der Film basiert, nicht wirklich gut. Und wer will eigentlich eine „MacGyver“ Parodie im Jahre 2010 sehen? Alle Witze, die man darüber machen kann, wurden schon in den 90ern gemacht. Glücklicherweise war Autor und Hauptdarsteller Will Forte clever genug, genau diese Witze nicht zu machen und stattdessen eine Parodie auf 80er Jahre One Man Army Actionfilme zu produzieren. Dummerweise hat das niemand den Zuschauern gesagt und dass er am MacGruber Charakter festhielt, anstatt einen neuen zu erfinden, war auch nicht wirklich hilfreich. Der Film selber ist doof, aber schön doof. Derbe, albern, manchmal geschmacklos, aber nach einer kurzen Anlaufzeit verdammt witzig.

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Lieblingsperformance des Monats:

Essie Davis in „Der Babadook“

Die Phrase „eine schauspielerische Tour de Force“ ist ein lahmes Klischee, aber es trifft hier zu. Wenn Horror- und Fantasyfilme, vor allem die kleineren, die nicht von großen Studios produziert wurden, nicht ständig von den zuständigen Jurys und Akademien ignoriert würden, hätte die Frau vermutlich jeden Schauspielpreis des Jahres 2015 abgestaubt!

 

Zweitliebste Performance des Monats:

John Lithgow in „Mein Bruder Kain“

Dieser Mann ist einfach brillant. Punkt.

 

Drittliebste Performance des Monats:

Christopher Lee in „Die Todeskarten des Dr. Schreck“

Christopher Lee ist immer sehenswert und auch wenn seine Rolle, als unhöflicher und arroganter Kunstkritiker, der nach einer Demütigung auf Rachefeldzug geht, vielleicht nicht gerade viel von ihm abverlangt, ist sein Duell mit Michael Gough (den ich an dieser Stelle auch noch lobend erwähnen möchte) der schauspielerische Höhepunkt dieses Films.

 

Pumpkinhead 2: Schwingen der Rache

Dieses Ding ignoriert alles, was den ersten Teil sehenswert machte und ersetzt es durch Klischees, unfreiwillige Komik und Langeweile. Tut mir leid, Pumpki, aber das war nichts.

 

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Paranormal Activity

Er hat seine Qualitäten und den einen oder anderen wirklich gelungen Schreckensmoment, aber die ständige Wiederholung der immer gleichen Situation, sowie die unsympathischen und völlig debil und unlogisch handelnden Charaktere, zerstören das Werk fast komplett.

 

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Poltergeist (2015)

Ein Remake, das keine neuen Maßstäbe setzt oder völlig neue Handlungsansätze findet, aber gut unterhält und einen interessanten, wenn auch unterentwickelten, genderpolitischen Subtext bietet. Netter Popcornspuk für zwischendurch, der mal wieder nicht einmal ansatzweise so schlecht ist, wie engstirnige Ewiggestrige euch glauben lassen wollen.

Das war es dann für den Oktober. Vergesst nicht, dass ihr euch meine vollständige Liste an gesehen Filmen auf Letterboxd ansehen könnt.

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