Der persönliche (diesmal etwas andere) August 2016 Filmrückblick

Oh Mann. August war, soweit es die Filme betraf, die über meinen Fernseher flimmerten, ziemlich…mittelmäßig. Es war kein Film darunter, den ich als wirklich mies bezeichnen würde, aber auf der anderen Seite des Qualitätsspektrums war auch nicht viel los. Also anstelle meiner üblichen „Preisverleihung“, sage ich lieber ein paar kurze Worte über jeden einzelnen, im letzten Monat von mir gesehenen Film.

„The Night Flier“ war vielleicht das Highlight des Monats. Über die nette, kleine, überraschend gute und etwas schräge Horrorgeschichte, habe ich aber schon hier mehrere Worte verloren.

three_men_and_a_baby„Noch drei Männer, noch ein Baby“ leidet schon mal unter einem dämlichen deutschen Titel, der aus dem Kotext seines Erscheinungsdatums (1987) gerissen, nicht mehr viel Sinn ergibt. (Das „noch“ bezieht sich darauf, dass es ein Remake des französischen Films „Drei Männer und ein Baby“ ist.) Niemand geringeres als Leonard Nimoy führte Regie und mit Tom Selleck, Ted Danson und Steve Guttenberg als die titelgebenden drei Männer, ist das Ding auch nicht wirklich schlecht besetzt. Um ehrlich zu sein, ist die Chemie zwischen den Dreien der einzige Grund, warum der Film zumindest ein Stückchen Unterhaltungswert besitzt. Es ist kein wirklich schlechter Film, aber er lässt kaum ein Klischee der 80er Jahre Komödie aus, seien es liebenswerte, aber etwas dämliche und als Väter (zumindest anfangs) völlig untaugliche Männer, ein Subplot über eine Gangsterbande oder ein Rennen zum Flughafen im Finale. Das beste Wort, um den Film zu beschreiben, ist „harmlos“.

Das Wort für „Vacation – Wir sind die Griswolds“, ist frustrierend. Es gibt einige wirklich inspirierte und verdammt lustige Gags, wie zum Beispiel jeder Witz über den Mietwagen oder auch der Raftingtrip des Todes. Auf der Schauspielerseite haben wir Ed Helms, der es tatsächlich schafft, immer wieder kleine Ticks von Chevy Chase in sein Spiel einfließen zu lassen und natürlich Chris Hemsworth, der ein überraschendes Talent als Komiker hat. Auf der anderen Seite zünden zu viele Gags aber wiederum gar nicht und die peinlichen Versuche den Humor „edgy“ zu gestalten (Ihr wärt überrascht, wie viele Pointen mit Vergewaltigungen und Pädophilie zu tun haben), lassen „Vacation“ nur zynisch wirken.

Ich wusste nicht, dass ein Film mit Charles Bronson und Vincent Price existiert, aber dieser Film ist „Robur – Herr der sieben Kontinente“. Dabei handelt es sich um eine unterhaltsame B-Film Version von „20.000 Meilen unter dem Meer“, nur mit einem Zeppelin anstelle eines U-Boots. Nichts Besonderes, aber sehr kurzweilig. Mit den Schauspielern von der Kamera und Richard Matheson als Drehbuchautor kann man nicht viel falschmachen.

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„Drei Männer und eine kleine Lady“ ist genau so harmlos wie sein Vorgänger, allerdings auch etwas witziger. Das wird leider aber wieder durch zu viel langweiliges Beziehungsdrama ausgeglichen. Sollte aber der lang angedrohtekündigte „Drei Männer und eine Braut“ je gedreht werden, würde ich ihn mir zumindest im Fernsehen ansehen, einfach nur um herauszufinden, ob Selleck, Danson und Guttenberg immer noch so perfekt harmonieren.

„Red Sonja“ würde wohl den „Tofu Award“ abstauben. Ihn als ein „missverstandenes Meisterwerk“ zu bezeichnen, wäre zwar schlichtweg gelogen, aber er hat seine Qualitäten. Wie zum Beispiel einen sehr hohen Unterhaltungswert, ein paar sehr gelungene Effekte (vor allem in der Matte Painting Abteilung) und Kulissen, den einen oder anderen herrlich schrägen Touch (Die Sexfantasie des Zauberers oder die Riesenspinne), sowie ein wie immer hervorragender Ennio Morricone Score und Ernie Reyes Jr.

Das DJ Drama „We Are Your Friends“ ist einer der größten Flops der Filmgeschichte und kam auch bei den Kritikern nicht gut an, ist aber zumindest in den ersten 20 oder so Minuten wirklich gut, dank der schwungvollen Inszenierung und dem Drehbuch, das eindeutig von Menschen geschrieben wurde, die sich mit der Materie des DJings und der Clubpromotion auskennen. Leider ist der Großteil des Films nur ein langweiliges und vorhersehbares Coming-Of-Age Drama. Wenn die letzten fünf Minuten die Geschichte mit der richtigen Mischung aus „Das ist kitschig“ und „Das ist cool“ wieder auf Kurs bringen, ist es aber leider zu spät.

psycho_iiiDer MVP von „Psycho III“ ist auf jeden Fall Anthony Perkins. Selbst beim dritten Mal ist seine Performance als Norman Bates schlichtweg atemberaubend und selbst auf dem Regiestuhl überzeugt er voll und ganz. Leider kann das unfokussierte und langweilige Drehbuch nicht mithalten.

„Ninas Alibi“ hatte ich zuletzt als Kind gesehen und fand ihn damals ganz lustig. Mit den Augen eines Erwachsenen betrachtet, ist er natürlich nicht ganz so gut, aber diese semi-obskure Krimikomödie mit Tom Selleck, ist auch nicht unamüsant. Leider scheint das Drehbuch Angst davor zu haben, sein Potenzial voll auszuschöpfen. Wenn der ganze Film so verrückt gewesen wäre, wie die Dinnerszene kurz vor Schluss, wäre dies ein Klassiker!

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Die „Death Wish“ Reihe ist nicht wirklich hohe Kunst und zurecht nicht unumstritten. „Death Wish 3“ hat aber den Ruf, der unterhaltsamste und „spaßigste“ Teil der Reihe zu sein. Zurecht! Es ist immer noch der geschmacklose, feuchte Traum jedes faschistischen Waffennarrens, hat dafür diesmal aber auch eine große Portion Selbstironie und pechschwarzen Humor. Und vor allem erspart man uns diesmal endlos lange Vergewaltigungsszenen. (Es gibt zwar immer noch eine, aber die passiert größtenteils off-screen.) Schon alleine die völlig überdrehte Stuntshow im großen Finale, macht diesen Film sehenswert.

„Manolo und das Buch des Lebens“ ist einer der visuell brillantesten Animationsfilme aller Zeiten und erzählt eine sympathische Geschichte mit Charakteren, um die man sich wirklich sorgt. Dummerweise leidet der Film auch unter oft exzessiv hässlichen Charakterdesigns, unangebrachten Popsongs und sitcom-esquen Geschlechterrollen (alle Männer sind gewaltbereite Narren, alle Frauen sind stark und intelligent), die die „Sei du selbst“ Botschaft leider etwas untergraben. Trotzdem: Ein sehr sehenswertes Märchen.

„Enemies Closer“ ist eine gelungener low budget Actionfilm, der, was ja heute absolut nicht selbstverständlich ist, durch toll choreografierte und vor allem inszenierte Kampfszenen auffällt. Aber was ihn so richtig sehenswert macht, ist Jean-Claude van Damme. Hier spielt er einen herrlich exzentrischen Bösewicht, der, wenn er nicht gerade seine Mitmenschen umbringt, von Umweltschutz und Veganismus predigt. JCVD hat hier deutlich Spaß und nach „Timecop“, „Sudden Death“ und „Universal Soldier“ 3 & 4, beweist „Enemies Closer“ eindeutig, dass immer etwas Gutes herauskommt, wenn er mit Peter und/oder John Hyams zusammenarbeitet.

„XOXO“, Netflixs EDM Film, schlägt „We Are Your Friends“ in so ziemlich allen Belangen. Er besitzt zwar auch einen großen Prozentsatz an Klischees und Kitsch und ist alles andere als unproblematisch, was die Darstellung von Drogengebrauch angeht, aber der Episodenfilm- und „One Magic Day“ Ansatz, sorgt für kurzweilige Unterhaltung. Und die bunte Schwarzlicht-, Glowstick- und Lasershowwelt von Dancemusicfestivals, wurde vielleicht noch nie zuvor so visuell beeindruckend gefilmt.

Und das war es dann für diesen Monat. Hoffentlich ist der September (Oh Gott, schon wieder so spät?) besser.

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