Amazon Pilot Season: I Love Dick

*seufz* Bringen wir es hinter uns. Wer gedacht hat, dass „Z“ oder „The Interestings“ schon nicht mehr zu unterbieten waren, wird mit „I Love Dick“ eines besseren belehrt. Auch dieser Pilot erzählt die Geschichte von zwei unsympathischen Arschlöchern und ihren uninteressanten Problemen.

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Save a horse, ride a cowboy.

In diesem Fall geht es um Chris (Kathryn Hahn aus „Transparent“) und Sylvere (Der immer gerne gesehene Griffin Dunne aus „American Werewolf“ und „Die Zeit nach Mitternacht“), einem entfremdeten Ehepaar, das unter einem akuten Fall von Selbstüberschätzung (Kanyewestismus) leidet. Sie ist eine Filmemacherin, die sich und ihre Kunst scheinbar für ein Gottesgeschenk hält. Als ihr neuester Film vom Festival in Venedig zurückgezogen wird, weil sie ein Musikstück ohne Erlaubnis benutzt und die Unterlassungserklärung schlichtweg ignoriert hat, gibt sie den Musikern die Schuld. Schließlich sollten sie ja froh sein, dass ein Genie wie sie ihre dumme Musik aus der Obskurität holt. Und Sylvere? Der ist wohl irgendwie so etwas wie ein Historiker und will Recherche betreiben, um „den Holocaust neu zu interpretieren“, was zugegebenermaßen für den einzigen Lacher der Folge sorgte. (Sorry für den Spoiler.) Aus diesem Grund zieht er ins Kaff Marfa, wo er einen Studienplatz unter dem so attraktiven, wie eloquenten Professor Dick (Kevin Bacon muss man niemanden vorstellen) bekommen hat. Schon beim ersten Dinner verknallt sich Chris dank seiner direkten Art (und seines guten Aussehens) in Dick, was auch ihr eheliches Sexleben wieder in Schwung bringt. Und vermutlich hat sie vor, ihn zu stalken. Aber auf romantische Weise.

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Okay, ich muss zugeben, ich habe wohl hier gerade mehr oder weniger die komplette Handlung erzählt. Aber es passiert in den knapp 33 Minuten leider nicht viel. „I Love Dick“ ist eine einzige Schlaftablette. Was in den ersten paar Minuten noch wie „Woody Allen Light“ aussieht, verwandelt sich schnell in endlosen Leerlauf und eine Ansammlung von pseudointellektuellen Autorenfilm Klischees. Eheprobleme, Midlife Crisis, hochintelligente Rebellen, heimliches Kiffen, etc. Natürlich ist das Ganze mit einer amateurhaften Wackelkamera gefilmt, die vermutlich „Zerrissenheit“ und „Realismus“ symbolisieren soll.

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Die beiden Statisten zu Bacons Linken haben mehr Unterhaltungswert, als die gesamte Folge!

Laut Amazon Pressetext, basiert das Ding auf einem „feministischen Roman“, aber davon lässt sich hier nicht viel erkennen. Ich meine, die Protagonistin ist eine Zicke, die gleich nach der ersten Begegnung mit einem sexy Cowboy erotische Fanfiction über ihn verfasst. Auch die Bezeichnung „Comedy“ hat dieser Pilot nicht wirklich verdient. Ich verstehe und mag „leisen“ Humor sogar sehr gerne (Sh. „One Mississippi„), aber der Humor hier ist nicht-existent. Vielleicht wird die Handlung ja später feministisch und lustig aber a.) ist es ein schlechter Schachzug die Pilotfolge zu beenden, bevor diese beiden Elemente einsetzen und b.) ist der Pilot so unentschuldbar schlecht, dass ich mir die weiteren Folgen, sollte es welche geben, garantiert nicht ansehen werde.

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Sorry, was auch immer sich alle Beteiligten hierbei gedacht haben, das Ergebnis ist schlichtweg Mist.


Bilder: Amazon

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