Der persönliche Juli 2016 Filmrückblick

Ganze 16 Filme habe ich diesen Juli gesehen. Das könnte ein neuer, persönlicher Julirekord sein. Normalerweise sind die heißen Sommermonate die Zeit, in der ich zu gar nichts Lust und/oder Energie habe. (Was auch der Hauptgrund für den fehlenden „Akte X Spätstart Report“ ist.) Aber fangen wir mal an. (Mein vollständiges Filmtagebuch gibt es hier.)

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The Walk

Die Kritiker waren ja nicht sooo begeistert von Robert Zemeckis letztem Werk und zu meinem Erstaunen, scheint ein Kleinkrieg zwischen den Fans dieses Films und denen der Dokumentation „Man On Wire“, die die selbe Geschichte behandelt, ausgebrochen zu sein. Ich bin eher Team „The Walk“. Der Film ist durchgehend unterhaltsam, zu einem großen Teil aufgebaut wie ein echter „Heist Thriller“ und schaffte es im Finale sogar mir Höhenangst einzujagen!

 

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18 Stunden bis zur Ewigkeit

Ich muss zugeben, es war in diesem Monat etwas schwer, diese Kategorie zu füllen. Es gab keinen alten, von mir vorher ungesehenen Film, der mich voll und ganz begeisterte. Auch „18 Stunden bis zur Ewigkeit“ hat seine Schwächen. Hauptsächlich eine sehr gemächliche Inszenierung und ein Drehbuch, das ein wirrer Mix aus Drama, Katastrophenfilm, Thriller, Krimi und völlig unpassenden Comedymomenten ist. Doch die starke Besetzung (Richard Harris, Omar Sharif, Anthony Hopkins und Ian Holm) und vor allem die unglaublich spannenden Bombenentschärfungsszenen, sorgten dafür, dass ich mich für diesen Film entschied.

 

Terminator 3
Terminator 3 – Rebellion der Maschinen

Es ist eindeutig, dass Teil 3 nicht so gut ist, wie die ersten beiden. Trotzdem ist er von den Cameronlosen Fortsetzungen die einzige, die ich tatsächlich als „am würdigsten“ betrachten würde. Er wiederholt zwar nur mehr oder weniger was vorher kam, aber die großartigen Actionszenen funktionieren immer noch. Und man kann den Macher nicht hoch genug anrechnen, dass sie tatsächlich das deprimierende Überraschungsende durchboxen konnten.

 

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Ghostbusters

„Ghostbusters“ sollte eigentlich nicht funktionieren, aber er tut es zu 100%. Es ist einer dieser seltenen Glücksfälle, in denen sich alle Puzzleteile zur filmischen Perfektion zusammenfügen. Die perfekten Darsteller arbeiten mit dem für sie perfekten Drehbuch, unter dem dafür perfekten Regisseur zusammen.

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Lieblingsperformance des Monats:

Linda Hamilton in „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“

Es ist ein Wunder, dass Hamilton dafür keine Oscarnominierung erhielt. Ja, okay, die Oscars haben es nicht so mit Actionfilmen in den „wichtigen“ Kategorien, aber Sigourney Weaver war ein paar Jahre vorher für Camerons „Aliens“ nominiert. Und mit Verlaub, Linda Hamiltons Leistung hier schlägt Weavers um Längen. Die Gute spielt sich regelrecht die Seele aus dem Leib und überzeugt als Frau, die vom Wissen über die Zukunft erdrückt wurde und im Laufe des Films zumindest einen Teil ihrer Menschlichkeit wiederentdeckt.

Zweitliebste Performance des Monats:

Peter MacNicol in „Ghostbusters 2“

MacNicol ist sowieso einer meiner Lieblingsschauspieler, aber nur selten durfte er so derart die Comedysau herauslassen wie hier. Er tritt hier zusammen mit einem Haufen legendärer Filmkomiker auf und schafft es trotzdem, jedem von ihnen die Show zu stehlen, indem er einfach nur den Mund aufmacht oder schlichtweg zu sehen ist.

Drittliebste Performance des Monats:

Kevin Bacon in „Cop Car“

Selbst wenn Kevin Bacon einen Helden spielt, wirkt er zwielichtig. Und hier spielt er vielleicht eines der größten Dreckschweine seiner Karriere. „Cop Car“ ist ein Film, der viele Drehbuchschwächen hat, aber Bacons Darstellung als korrupter Polizist auf Kinderjagd, macht ihn sehenswert.

Miss Bodyguard
Miss Bodyguard

Dies war der eindeutige Spitzenkandidat auf diesen wenig schmeichelhaften Titel. An diesem Film funktionierte gar nichts. Die beiden Hauptdarstellerinnen taten ihr Bestes, konnten aber gegen das lahme Drehbuch und die noch viel lahmeren Gags darin nichts tun. Ich bin eigentlich für jede Buddy Komödie zu haben. Besonders wenn die Buddies ein Gesetzesvollstrecker und ein kriminelles Subjekt mit einem Herzen aus Gold sind, aber „Miss Bodyguard“ war selbst für mich zu schlecht. Schon im Vorspann wird man mit einem altbackenen „Ha ha, die Frau ist in Wirklichkeit ein Mann“ Witz begrüßt und ab da wird es einfach nicht besser.

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Alles steht Kopf

Nein, ich will nicht behaupten, dass dies ein schlechter Film ist. Schon alleine die Tatsache, dass wir hier die realistischste filmische Darstellung von Depressionen zu sehen bekommen, spricht für ihn. Und ich hoffe, dass dieser Film in den nächsten Jahrzehnten in Schulen auf der ganzen Welt gezeigt wird und Kindern und Erwachsenen hilft, diese viel zu oft fälschlich belächelte Krankheit zu verstehen und damit umzugehen. Doch leider ist die „tatsächliche“ Handlung des Films ziemlich unspektakulär, irgendwie auch nur ein loses Remake von „Toy Story“ (Zwei unterschiedliche Protagonisten versuchen zurück zu „ihrem“ Kind zu gelangen, bevor es zu spät ist.), und beinhaltet einige etwas zu kalkulierte traurige Momente, was ihn in meinen Augen leider vom Status des Meisterwerkes abhält, als das er oft bezeichnet wird.

 

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Ghostbusters 2

Ich kann einfach nicht verstehen, warum dieser Film einen derart schlechten Ruf hat. Okay, die Handlung orientiert sich etwas zu sehr an Teil 1 und Vigo und sein Schleim sind nicht so eindrucksvolle Gegner wie Gozer und seine Höllenhunde, aber der Film macht von Anfang bis Ende Spaß, die Chemie zwischen den Hauptdarstellern ist immer noch vorhanden, Sigourney Weaver hat mehr zu tun als in Teil 1, Peter MacNicol ist ein hervorragender Neuzugang und Szenen wie die Gerichtsverhandlung und die unheimlichen Begegnungen im U-Bahn Tunnel, sind auf qualitativer Augenhöhe mit den besten Momenten aus Teil 1!

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