TV Tipp: Meine teuflischen Nachbarn

Eine Frage, die ich wirklich nicht mag, ist die, nach meinem Lieblingsfilm. Ich habe einfach zu viele und auch wenn ich jemand bin, der kurze und knappe Antworten bevorzugt, diese Frage schreit einfach nach einer längeren Konversation. Doch dazu sind die meisten Fragesteller nicht bereit. (Doch das ist ein anderes Thema.)

burbs_xlgEiner dieser Filme, die ich aber auf jeden Fall zu meinen unumstrittenen Favoriten zähle, ist Joe Dantes “Meine teuflischen Nachbarn” (“The ‘Burbs”) aus dem Jahr 1989. Ob es wirklich notwendig ist, der erneuten Fernsehausstrahlung dieses Films einen ganzen Blogeintrag zu widmen, sei dahingestellt. Er ist kein völlig unbekannter Film, der nie im Fernsehen gezeigt wird, aber vermutlich dank seines schwarzen Humors (und der selbst nach 80er Jahre Standards völlig unverständlichen Freigabe ab 16), ist er kein Dauergast auf unseren Mattscheiben, wie ähnliche Tom Hanks Vehikel aus dieser Zeit. (“Scott & Huutsch” kam im selben Jahr heraus, mal so als Vergleichspunkt in Sachen Popularität und Menge der Ausstrahlungen.)

In “Meine teuflischen Nachbarn” geht es um den Durchschnittstypen Ray Peterson (Hanks), dessen größte Sorge im Leben eigentlich ist, während seines Urlaubs nicht genug Erholung zu bekommen. Seine direkten Nachbarn sind die Klopeks, eine neu eingezogene Familie, über die niemand in der Straße etwas Genaues weiß. Man sieht sie nur selten, sie lassen ihren Rasen verkommen und nachts kommen seltsame Geräusche aus ihrem Keller. Das alleine lässt die Gerüchteküche schon brodeln, doch als eines Tages ein Nachbar spurlos verschwindet, überzeugen der verantwortungslose Art (Der vor wenigen Monaten verstorbene Rick Ducommun) und der pensionierte Vollblutsoldat Rumsfield (Schauspiellegende Bruce Dern) Ray davon, dass die Klopeks dafür verantwortlich sein müssen.  Gemeinsam machen sich die drei besorgten Bürger auf, um die angeblichen Serienkiller zu überführen.

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Als der Film in den Kinos startete, war er ein kleiner Erfolg, auch wenn die Kritiken nicht wirklich wohlwollend waren. Über die Jahre hinweg hat “Meine teuflischen Nachbarn” aber eine beachtliche Fangemeinde um sich geschart. Zurecht. Die Mischung aus schwarzer Komödie, Slapstick und Spießertumsatire, ist eine von Joe Dantes besten Arbeiten und hat nach über 25 Jahren nichts von seinem Biss verloren. Natürlich muss man auch die Schauspieler erwähnen. Tom Hanks Darbietung als Otto Normalverbraucher, der langsam zum paranoiden Rächer der Nachbarschaft aufsteigt, ist eine seiner besten komödiantischen Leistungen. Doch er verblasst im Gegensatz zu Bruce Dern und Rick Ducommun. Vor allem Dern reißt mit seiner direkten Art fast schon den Film an sich. In weiteren Rollen sieht man übrigens Carrie Fisher, Corey Feldman, Henry Gibson und natürlich Joe Dantes Stammschauspieler Dick Miller und Robert Picardo. Das Sahnehäubchen ist aber der grandiose Score von Jerry Goldsmith, der mehr als nur einer Szene eine augenzwinkernden, aber spannende Horroratmosphäre verleiht.

Ich sah den Film sogar als siebenjähriger Steppke im Kino. Erzählt es nicht weiter, aber meine Mutter ist einer von diesen Menschen, die immer Ärger mit ihren Nachbarn haben, aber natürlich nie selber schuld daran sind. Und es war an einem Nachmittag im Jahre 89, als ich mit ihr, meiner Schwester und ihrer besten Freundin am örtlichen Kino vorbeiging, sie den Namen des Films las und sich sofort angesprochen fühlte. Und ich weiß nicht mehr genau, warum sie plötzlich spontan beschloss mit uns ins Kino zu gehen, denn normalerweise würde sie so etwas nie machen, aber sie tat es. (Und die Betreiberin des Kinos nahm es mit den Altersfreigaben ohnehin nie so genau.) Interessanterweise habe ich mir vor Angst fast in die Hose gemacht. Abgesehen von der legendären Schreiszene (Ihr werdet sie erkennen, wenn ihr sie seht), war für mich nichts Witziges an der Geschichte. In meinen Augen, war es ein lupenreiner Horrorfilm. Als ich ihn dann zwei oder drei Jahre später noch mal auf Video sah (übrigens im Haus der selben Freundin meiner Schwester), klickte aber irgendetwas bei mir und ich verstand den Humor dahinter.

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Wie dem auch sei, wer den Film noch nicht kennt, sollte schnell seinen Rekorder programmieren, denn er läuft heute Nacht, also in der Nacht zum Freitag, 24.06.2016, um 01:55 Uhr in der ARD. 

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