Amazon Pilot Season: The Interestings

The Interestings_Box art ┬® 2016 Amazon.com Inc., or its affiliatesUnd schon wieder ist Amazon Pilot Season. Diesmal ist die Ausbeute ziemlich mager. Nicht nur quantitativ. (Es sei denn, ihr sucht eine nette Serie für eure Kinder. Oder eine Kinderserie für euch selbst.) Von den zwei, einzigen Nicht-Kinderserien, die uns Amazon diesmal anbietet, habe ich mir „The Interestings“ zuerst angesehen.

Darin geht es um Jules (Lauren Ambrose aus „Six Feet Under“), die als junge Teenagerin in den 70ern (dann gespielt von der hervorragend gecasteten Katie Balen) auf ein Kunstsommercamp geschickt wird. Da sie nicht auf den Mund gefallen ist, wird die aufstrebende Schauspielerin auf die Party einer coolen Clique eingeladen. Diese sind zwar in meinen Augen allesamt unsympathische und arrogante Arschlöcher, aber Jules ist von deren Coolness und Eloquenz begeistert und schließt Freundschaft mit ihnen. Noch am selben Abend beschließt die Truppe sich „The Interestings“ zu nennen und dass sie mit so einem Namen aufwarten müssen, zeigt schon, wie interessant sie wirklich sind. Nämlich gar nicht.

The-Interestings_2-┬®-2016-Amazon.com-Inc.-or-its-affiliates.jpgDer Rest der Geschichte wird in drei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Einmal natürlich die Ereignisse im Sommercamp der 70er Jahre, dann 10 Jahre später in den 80ern und nochmal 10 Jahre später, in den 90ern. Und wer hätte es gedacht? Kaum einer der „Interestings“ konnte das prophezeite Potenzial ausschöpfen und fast alle wuchsen zu mehr oder weniger frustrierten Erwachsenen mit Problemen heran. Leider sind alle ihre Probleme ziemlich belanglos. Frühere Traumpaare sind jetzt unglücklich, falsche Entscheidungen wurden getroffen und Kindheitsträume verliefen im Sand. Im Kurzen: Das Leben ist beschissen. Das gibt „The Interestings“ zwar einen gewissen Realismus, da wir alle uns in mindestens einem dieser Probleme sehen können, aber auf der anderen Seite drängt gerade dieser realistische Wiedererkennungswert die Handlung in eine langweilige Banalität.

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The-Interestings_4-┬®-2016-Amazon.com-Inc.-or-its-affiliates.jpgNun, nicht jede Geschichte muss gleich superspektakulär sein. Manchmal sind es die leisen Töne, die einen so richtig fesseln. Und gerade eine Pilotfolge muss auch nicht perfekt sein und gleich das ganze Handlungspulver verschießen. Leider gibt es hier absolut nichts Interessantes zu sehen! Die Charaktere sind langweilig und/oder unsympathisch und die Geschichte plätschert ohne echte Highlights vor sich hin. Das Gimmick der verschiedenen Zeitebenen bringt auch keinen wirklichen Mehrwert. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass durch die ständigen Flashbacks und -forwards das Ganze nur noch langweiliger wird! Wir sehen den Anfang, das (vermeintliche) Ende und da einen keines von beiden vom Hocker haut, ist der Mittelteil völlig irrelevant.

Überraschend ist, dass mit Mike Newell („Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, „Donnie Brasco“, „Harry Potter und der Feuerkelch“) ein gar nicht mal schlechter Regieveteran verantwortlich war. Und auch wenn er zugegebenermaßen niemand ist, der sich durch einen besonders bemerkenswerten Stil auszeichnet, ist seine Arbeit hier so uninspiriert und durchschnittlich, dass Amazon sich das Geld hätte sparen und einen No-Name Regisseur engagieren können. Immerhin sind die Schauspieler wirklich gut. Sowohl die Erwachsenen, als auch ihre Teenagerausgaben.

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Also, „The Interestings“ ist eine ziemliche Gurke. Was ich vom zweiten Piloten, „The Last Tycoon“ halte, erzähle ich euch morgen.

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Bilder: Amazon

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