keanuposterDie Komiker Keegan-Michael Key und Jordan Peele sind hierzulande ziemlich unbekannt. In den USA sind sie aber dank ihrer Sketchshow „Key & Peele“ Superstars. Dementsprechend waren die Erwartungen an ihren ersten Kinoflm hochgesteckt. Und naja, hinter diesen Erwartungen blieb er etwas zurück. Aber „Keanu“ ist trotzdem sehenswert. Vor allem für Freunde von leichten Actionkomödien und ganz besonders für Katzenfreunde.

In „Keanu“ geht es um die beiden Cousins Clarence (Key) und Rell (Peele). Letzterer wurde gerade von seiner Freundin verlassen und ist ziemlich am Ende. Dann verläuft sich aber ein kleines Kätzchen vor seine Tür, welches er sofort in sein Herz schließt und Keanu tauft. Was er aber nicht weiß, ist, dass Keanu der einzige Überlebende eines Massakers an einem Drogendealer und seiner Gang ist und die beiden verantwortlichen Superkiller (Ebenfalls Key und Peele) das kleine Fellknäuel auch in ihr Herz geschlossen haben. Richtig kompliziert wird es aber erst, als Keanu von der Bande von „Cheddar“ (Method Man) gestohlen wird, welcher sich genau so in das Kätzchen verliebt. Um nun Keanu wiederzubekommen (und nicht sofort umgelegt zu werden), müssen die beiden Durchschnittstypen Rell und Clarence so tun, als wären sie die härtesten Gangster, die die Welt je gesehen hat, was natürlich nicht ganz so einfach ist und auch nicht ohne die eine oder andere blutige Schießerei vonstattengeht.

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keanumatrixWenn man „Keanu“ eines vorwerfen kann, dann dass er erstaunlich gradlinig und unoriginell ist. Das macht den Film nicht wirklich schlecht, aber es ist schon schade, dass Key und Peeles erster großer Film eigentlich fast genau so in den 80ern oder 90ern hätte gedreht werden können. Vielleicht mit Richard Pryor und Gene Wilder oder auch Martin Lawrence. Ihr Hang zum wirklich absurden, der ihre Sketche so populär machte, fehlt hier fast komplett. Es sei denn, es zählt, dass es hier um einen Haufen skrupelloser Killer geht, die sich um ein kleines Kätzchen streiten. Aber leider ist diese Prämisse nicht ganz so lustig, wie sie sich auf dem Papier anhört. Es wird erstaunlich wenig daraus gemacht, auch wenn der kleine Keanu durchaus der Star des Films ist und dafür sorgt, dass einem selbst in der spannendsten Actionszene ein „Süüüüüüüüüß“ entfleucht.

keanucatboysDoch so enttäuschend das alles auch klingt, ich hatte meinen Spaß mit „Keanu“. Die meisten Gags sitzen und bringen einen mindestens zum lächeln und vor allem mag man die Charaktere. Nicht nur Clarence und Ruell wachsen einem ans Herz, auch Cheddars Gangmitglieder bekommen so viel Spielraum und Sympathiepunkte, dass man hofft, dass sie das Ende des Films lebendig erleben. Vor allem ein Running Gag um Clarences Liebe für George Michaels Musik und wie er die knallharten Gangster davon zu überzeugen versucht, dass dieser softe Popstar cooler als alle Rapper auf der Welt ist, sorgt für viele Lacher und sogar die eine oder andere Charakterentwicklung. Vielleicht ist es auch nicht wirklich schlecht, dass „Keanu“ so gradlinig ist. Einige Momente sind eventuell etwas zu klischeehaft (z.B. gibt es mal wieder einen selbstironischen Promi-Gastauftritt, einen lustigen Drogentrip und eine Nebenhandlung um einen etwas zu freundlichen Nachbarn), aber die Handlung fügt sich wirklich gut ineinander und der Film unterhält vom Anfang bis zum Ende. Schade ist es trotzdem, dass einige der originellsten Ideen erst im Epilog vorkommen.

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Doch wie gesagt: „Keanu“ ist eigentlich ein gelungener Spaß, dem man wegen seiner Mängel nicht allzu böse sein kann. Im Endeffekt ist er einer der besten Studiokomödien der letzten Jahre und schlägt z.B. jede Judd Apatow Produktion um Längen. Er hat noch deutlich Luft nach oben, aber selbst ohne Kätzchenbonus, wurde ich glänzend unterhalten. (Auch wenn ich mir den Film ohne seinen kuscheligen Star vermutlich nicht im Kino angesehen hätte.)

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