Was haben Kevin Smith und Keanu Reeves gemeinsam? Beide sind im Moment in der “Scheiß drauf, ich mache, worauf ich Bock habe” Phase ihrer Karriere. Das war es dann auch, soweit ich weiß. Keanu Reeves hat mit “Yoga Hosers”, dem neuen Film von Kevin Smith, absolut nichts zu tun und ihn hier zu erwähnen, ist eigentlich völlig sinnlos. Genau so, wie Smiths neuer Film zu sein scheint. Aber seht selbst.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe keine Ahnung, ob Kevin Smith weniger Gras rauchen oder nie wieder damit aufhören sollte. “Yoga Hosers” verspricht eine Mischung aus Teenie- und Horrorkomödie zu sein. Diejenigen, die den Film schon auf dem Sundance Filmfestival sehen konnten, waren geteilter Meinung. Aber das ist ja seit einiger Zeit bei Smith nichts Neues.

Kevin Smith ist einer von diesen Regisseuren, dessen Stimme und Markenzeichen so dominant sind, dass man ihnen vorwirft, immer den gleichen Film zu drehen. Doch schon zu Zeiten des “View Askewniverse”, jenem, von Jay und Silent Bob bewohntem “Cinematic Universe”, dessen Mittelpunkt der “Quick Stop” in Red Bank, New Jersey ist, stimmte das nicht wirklich.

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Sein Debütfilm “Clerks – Die Ladenhüter” wirkt rückblickend wie der stereotype 90er Jahre Independent Film. Dialoglastig, mit Amateurschauspielern in Schwarz-Weiß gedreht und von völlig banalen Dingen handelnd. Aber er macht auch nach über 20 Jahren immer noch Spaß und zusammen mit “Pulp Fiction” und vielleicht einigen Linklater und Jarmusch Werken, war er einer der einflussreichsten Indies dieser Zeit. Was folgte, war eine für ein breites Publikum gedrehte Teeniekomödie (“Mallrats”), eine romantische Dramödie (“Chasing Amy”, der angeblich sogar nur wenige Stimmen von einer Oscarnominierung als “Bester Film” entfernt gewesen sein soll!), eine religiöse Fantasyfarce (“Dogma”), eine Bad Taste Slapstickkomödie (“Jay und Silent Bob schlagen zurück”), eine RomCom über eine Vater/Tochter Beziehung (“Jersey Girl”), eine überraschend tiefgründige (trotz “Donkey Show”) Fortsetzung, die den Charakteren und deren Beziehung einen Haufen neuer Aspekte abgewinnt (“Clerks 2”), eine RomCom über die Amateurpornobranche (“Zack & Miri Make A Porno”), eine 80er Jahre Buddy Cop Hommage (“Cop Out”) und schließlich der Beginn seiner “Scheiß drauf” Phase, mit einem, von wahren Begebenheiten inspirierten Actionhorrorfilm (“Red State”) und völlig absurder Bodyhorrorkomödie (“Tusk”).

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Wie gesagt, all diese Filme teilen sich diverse Stilmittel, Markenzeichen, Schauspieler und manchmal sogar Charaktere, aber eigentlich ist keiner wie der andere. Smith selber ist oft der Erste, der seine Filme und Fähigkeiten als Regisseur kleinredet (vor allem nach dem Misserfolg von “Cop Out”) und nein, er war nie ein Martin Scorsese und wird auch nie einer werden. Aber er ist Kevin Smith! Ein Knallkopp wie wir. Oder der Knallkopp, der wir gerne wären. Der Mann, der ein Regiesuperstar wurde, ohne jemals erwachsen zu werden. Der Mann, dessen Stil oft kopiert aber nie erreicht wurde. Das macht ihn nur zu einem Vollblutautheur.

Und bei Alanis Morissette*, wenn der Mann uns nun einen Film über zwei Kreischeteenies, die zusammen mit Johnny Depp als Inspector Clouseaus misslungenem Klon Jagd auf Bratwurstnazis machen zeigen will, SOLL ER DOCH! Ich werde ihn mir so etwas von ansehen und nach Smiths bisheriger Filmographie zu urteilen, wird er mir sogar gefallen. Es soll nur niemand behaupten, er würde immer den selben Film drehen.

*”Dogma” Referenz

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