Ach menno! Bye bye, „Person Of Interest“!

Als die schon lange abgedrehte fünfte Staffel von „Person Of Interest“ keinen Sendeplatz in den USA fand, bereiteten sich die Fans schon auf dessen Ende vor. Nun ist es amtlich: Die neuen Folgen laufen in den USA ab 3. Mai, aber dann ist definitiv Schluss. Auf der positiven Seite: Laut IGN wird die Serie ein richtiges Ende bekommen.  Und das ist doch schonmal etwas.

Falls ihr die Serie noch nicht gesehen habt, solltet ihr das unbedingt nachholen. Vor allem, wenn ihr Freunde von verdammt unterhaltsamer Action und intelligenter Science Fiction seid. In „Person Of Interest“ spielt Michael Emerson („Lost“) den Milliardär Harold Finch, der eines Tages den obdachlosen Ex-Söldner John Reese anheuert, um in seinem Auftrag Menschenleben zu retten. Finch baute eine Maschine für die US-Regierung, welche die Bevölkerung im Geheimen abhören und so Terroranschläge vorhersehen sollte. Die Maschine arbeitete nur so gut, dass sie selbst „kleinere“ Verbrechen vorhersehen konnte. Aber natürlich wird die Regierung nicht gleich eingreifen, nur weil jemand vorhat, ohne terroristischen Hintergrund seinen Ehepartner umzubringen. Und um genau diese Gewalttaten kümmern sich Reese und Finch. Selbstverständlich außerhalb des Gesetzes, da die Regierung noch nicht mal weiß, dass die Maschine angezapft wird. Zusätzlich erschwert werden diese Missionen dadurch, dass unsere Helden nur die Sozialversicherungsnummern der involvierten Personen erhalten und so erst mal herausfinden müssen, ob sie die Täter oder Opfer sind.

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Dies ist der Ausgangspunkt für ein sehr unterhaltsames Procedural mit Superheldentouch. Die Verbrecher sind zwar alle normale Menschen und niemand trägt ein Cape, aber wie Batman ist Reese ein perfekt trainierter Kämpfer. Und da ihn Polizei und Unterwelt aufgrund seiner adretten Kleidung nur als „Mann im Anzug“ kennen, hat er tatsächlich so etwas wie eine Superheldenuniform und den dazugehörigen Spitznamen. Zudem schafft es die Serie schon zu Anfang tatsächlich, trotz des immer gleichen Prinzips (Reese und Finch bekommen eine neue Nummer, müssen herausfinden, wer was vorhat und retten den Tag.) unglaublich abwechslungsreich zu sein. Doch dabei bleibt es nicht.

Schnell wurde das Serienuniversum immer komplexer. Es wurden nicht nur langfristige Handlungsstränge vorgestellt, in denen unsere Helden z.B. staffelübergreifend Jagd auf Verbrecherorganisationen machten, auch die Science Fiction Schraube wurde noch mal kräftig angezogen. Ohne zu viel spoilern zu wollen: Die Maschine ist viel intelligenter, als es auf den ersten Blick scheint und sie bleibt nicht für immer die einzige ihrer Art. Wer also glaubt, dass es sich bei „Person Of Interest“ nur um eine „Einsame Rächer stellen Kriminelle“ Show handelt, liegt falsch. Mit jeder Staffel wurde daraus ein immer komplexeres Meisterwerk, voller „Ghost in the machine“ und „Who watches the Watchmen“ Thematik und Philosophie, bei der jeder Fan von intelligenter Science Fiction vor Freude aufschreien müsste.

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Allerdings wurde „Person Of Interest“ nie der Popkultur Smash Hit, der es sein sollte. Sie hatte zwar gute Einschaltquoten, aber was auch immer dafür sorgte, dass so halb garer Kram wie „Firefly“ oder „Community“ zu den offiziellen Lieblingsserien des Internets wurde, „Person Of Interest“ hatte es nicht.

Naja, vielleicht wird die Welt in ein paar Jahren die verdienten Lobeshymnen auf dieses Serienjuwel singen. Jetzt ist aber erst mal Schluss. Ich hoffe, dass die nur 13 Folgen lange letzte Staffel es tatsächlich schaffen wird, alle Handlungsstränge auf zufriedenstellende oder zumindest logische Weise abzuschließen. Und hoffentlich hat Michael Emerson jetzt auch wieder Zeit, an der von ihm und seinem „Lost“ Co-Star Terry O’Quinn entwickelten Serie über zwei Geheimagenten im fortgeschrittenen Alter weiterzuarbeiten, über die die beiden vor „Person Of Interest“ so enthusiastisch sprachen.

Was auch immer passieren wird: Es war eine spannende Reise.

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