„Miss Peregrine“ Trailer und ein paar Worte über Tim Burton

Tim Burton hat einen neuen Film. Das wird bei Einigen jetzt vielleicht für Kopfschütteln sorgen, aber ich freue mich immer über einen neuen Film von ihm. Dieser hier ist allerdings etwas überraschend, da Burton jetzt wohl seinen eigenen „Young Adult“ Franchise hat.

Also, hier ist der Trailer:

Seht ihr, was ich meine? Es hat so einige der typischen Burton Markenzeichen, wirkt aber auch irgendwie wie all die anderen YA Filme über Auserwählte inmitten von übernatürlichen Wesen. Trotzdem: Ich bin auf Burtons Seite und hoffe auf etwas Gutes.

Warum auch nicht? Seine Filmografie hat mich seit meiner Kindheit ausgezeichnet unterhalten! Ich weiß, ich weiß, in den letzten paar Jahren wurde es uncool seine Filme zu mögen und „Waaah, Tim Burton hat seinen eigenen, unverkennbaren Stil und benutzt immer die gleichen Schauspieler“ zu einem überstrapazierten Meme, aber scheiß drauf! Wenn andere Regisseure dies tun, sind sie „Auteure“. Tarantino kann zum tausendsten Mal einen Film über eloquente Killer drehen und Szenen aus mehr oder weniger obskuren Eurotrashfilmen zusammenstehlen und ist ein Genie? Scorsese drehte fünf mal hintereinander mit DiCaprio und niemanden kümmert es? Aber wenn Tim Burton seine speziellen Talente einsetzt, um Tim Burton Filme zu drehen, ist es etwas Schlimmes?

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Die einzigen beiden Filme von ihm, die mich wirklich enttäuscht haben, waren „Alice im Wunderland“ und „Big Eyes“. Letzterer weniger als Ersterer, aber beide hatten eines gemeinsam: Sie waren überraschend un-Burtonesque. „Alice“ hatte zwar das eine oder andere Element, bei dem man sagen konnte: „Ja, das ist ein Tim Burton Film“, aber es wirkte überraschend kalt und gleichgültig. Als hätte ein anonymer Regiedebütant versucht, einen Burton Film zu drehen, ohne jemals einen gesehen zu haben. Das Resultat war ein langweiliges Werk, ohne einen Funken Magie. Und „Big Eyes“ war zwar nicht unbedingt schlecht, aber auch nur eine durchschnittliche „Mein Ehemann misshandelt mich“ Geschichte, die alle wirklich interessanten Aspekte ignorierte.

Eine Sache, die seine Filme so interessant macht, ist deren komplette Verrücktheit und Exzentrizität, die aber trotz allem massentauglich ist. Vor allem, wenn ein Studio ihm ein riesiges Budget in die Hand drückt, versuchen sie meistens nicht, seinen Ideenreichtum zu unterdrücken. (Auch wenn das ihm zufolge bei „Planet der Affen“ und vermutlich auch bei „Alice im Wunderland vorgekommen ist.) Wer Tim Burton anheuert, bekommt einen Tim Burton Film. Punkt. Das muss nicht immer gleich ein „Edward mit den Scherenhänden“ oder „Batmans Rückkehr“ sein. Der Mann wird zwar gerne auf „Gothic, düster und Johnny Depp in weißem Make Up“ reduziert, aber sein Output ist vielseitiger, als es den Anschein hat. Von den damals revolutionären, weil unglaublich düsteren und vom deutschen Expressionismus inspirierten „Batman“ Filmen, zur absurden und schwarzhumorigen Marsmännchenfarce „Mars Attacks!“, dem auf einer wahren Geschichte basierenden Träumerplädoyer „Ed Wood“, der so melancholischen wie inspirierenden Märchenhommage „Big Fish“ oder auch der vor trockener Situationskomik triefenden Seifenopernadaption „Dark Shadows“: Tim Burton Filme sind vieles.

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Und nun versucht er sich eben im YA Bereich. Ob es gut ist, werden wir bald sehen. Aber wenn jemand einen unterhaltsamen „Young Adult“ Film zaubern kann, dann doch wohl Tim Burton.

Und wenn nicht…naja. Dann wissen wir wenigstens, wo eine weitere seiner Grenzen liegt.

MissP Poster

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