Ja, viele Dinge haben mich vom bloggen und fernsehen abgehalten, aber nun geht es weiter. Und zwar mit den Folgen 13 und 14: „Verlockungen“ und „Lazarus“!

In „Verlockungen“ geht es um eine ganz bizarre Sorte Serienkiller. Ihr kennt diese Norman Bates/Buffalo Bill/“Dressed To Kill“ Typen, die sich aus welchen Gründen auch immer als Menschen des anderen Geschlechts verkleiden und Leute umbringen? Nun, dieser hier verkleidet sich nicht nur so, er ändert tatsächlich sein Geschlecht! Erst gräbt er als eine Sie irgendwelche Kerle in einer typischen 90er Jahre Disco an, nach dem Sex stirbt das Opfer aufgrund irgendwelcher Nebenwirkungen (Ob sie Kondome benutzen und ob diese geholfen hätten, wird nie erwähnt) und BAM: Geschlechtsumwandlung!

Das erschwert natürlich die Tätersuche und so werden Scully und Mulder hinzugezogen. Die Spur führt zu einer Amish-ähnlichen Gemeinschaft, die irgendwo in den Wäldern lebt und Fremden natürlich nicht wirklich wohlgesonnen ist. Das ist aber noch nichtmal das Merkwürdigste. Als einer der Einsiedler nur durch eine Berührung dafür sorgt, dass sich Scully für einen Moment quasi in ihn verliebt, ist erst der Anfang der immer bizarreren Geschehnisse.

Dies ist eine nicht un-unterhaltsame „Findet den übernatürlichen Serienkiller“-Folge, die leider durch die üblichen „Akte X“ Klischees getrübt wird. So verwandelt sich der/die Killer/in natürlich nur vor Mulders Augen, während Scully zufälligerweise gerade woanders ist und den Beweis für ein übernatürliches Phänomen nicht sieht. Und natürlich gibt es am Ende keine echte Erklärung für die Vorkommnisse. Es wird etwas angedeutet, aber was da wirklich passiert ist, bleibt ein Geheimnis. Natürlich muss man mir nicht immer alles erklären, aber nach nur einer halben Staffel, wirkt das ganze „Weird for the sake of weirdness“ einfach nur ermüdend.

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Etwas runder, wenn auch kein echtes Highlight, ist „Lazarus“. Darin hilft Scully ihrem alten Lehrer/Geliebten bei der Festnahme zweier Serienbankräuber. Während der Festnahme kommt es aber zur Schießerei, bei der der männliche Bankräuber und Scullys Freund sterben. Naja, beinahe. Dank Scullys verbissenem Kampf auf dem OP-Tisch, kann sie ihn nach 13 Minuten auf der anderen Seite, tatsächlich wieder ins Leben zurückholen. Doch irgendetwas stimmt nicht mit ihm. Bald wird klar, dass auch der tote Bankräuber zurückkam und sich nun mit Scullys alter Flamme den Körper teilt.

Dies ist eine unterhaltsame Folge, die den Großteil ihres Nährwertes aus Scullys Beziehung zu dem Fall zieht. Mir persönlich gefällt, dass sie der sonst so nüchternen Agentin ein Liebesleben gegeben haben. Doch nicht nur das, auch dass es eine Affäre zwischen Schülerin und älterem Lehrer war und dies als etwas völlig Unverfängliches zwischen zwei Erwachsenen dargestellt wird, ist überraschend progressiv. Nicht nur von einem feministischen Standpunkt aus, sondern im Allgemeinen! Selbst zwischen den Beiden gibt es kein Bedauern, keine Peinlichkeiten, keine negativen Klischees. Einfach nur zwei Erwachsene, die vor einigen Jahren etwas miteinander hatten und nun gute Freunde sind. So etwas sieht man selbst in heutigen Serien nur selten!

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Auch wenn die Symptome des Körpertauschs teilweise mehr als hanebüchen sind (Scheinbar sind Tätowierungen Teil der Seele und werden von Körper zu Körper übertragen.), Scully trotz des Erlebten am Ende immer noch eine Skeptikerin ist und die Geschichte eigentlich auch ohne den übernatürlichen Twist erzählt werden könnte, ordne ich „Lazarus“ im bisherigen oberen Drittel von Staffel 1 ein. Ich bezweifle, dass die Folge es am Ende in die Top 50 der gesamten Serie schaffen wird, aber für diesen Moment hat sie mich gut unterhalten.

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