TV Tipp: Brooklyn Nine-Nine

„Brooklyn Nine-Nine“? Wohl eher „Brooklyn Doch-Doch“! (Har har har.) Aber im Ernst, heute startet die Amerikanische Comedyserie im hiesigen Fernsehen. Leider „nur“ auf RTL Nitro, was wohl bedeuten wird, dass der Großteil der deutschen Zuschauer sie genau so ignorieren wird, wie „Modern Family“ oder „Bob’s Burgers“ (Comedy Central).

Oder auch nicht, denn schon vor ein paar Wochen erschien die gesamte erste Staffel (in den USA startete gerade die Dritte) auf Netflix.

Für diejenigen, die aber kein Netflix haben oder erst noch all den anderen Kram auf ihrer Watchlist durcharbeiten müssen (Ich kenne das Problem…), möchte ich hier ein paar kurze Worte über „Brooklyn Nine-Nine verlieren. Das „Nine-Nine“ steht für das (fiktive) 99. Polizeirevier und das „Brooklyn“ eben für Brooklyn. Dort arbeitet eine Polizistentruppe, die zwar tatsächlich (größtenteils) kompetent ist, aber für jeden Bürospaß zu haben ist.

Und es muss tatsächlich gesagt werden, aber auf dem Papier klingt die Serie ziemlich langweilig. Detective Jake Peralta, mehr oder weniger Mittelpunkt der Serie und gespielt von Andy Samberg, den man in Deutschland wohl am ehesten aus ein oder zwei Adam Sandler Filmen oder auch als Mitglied von The Lonely Island kennt, ist ein Quatschkopp wie er im Buche steht. Vorlaut, Anti-autoritär, immer einen dummen Spruch auf den Lippen. Sein neuer Vorgesetzter Captain Holt (Andre Braugher) ist überkorrekt und scheinbar emotionslos (Auch wenn er seiner Truppe doch viel durchgehen lässt, solange sie ihren Job gut macht.), Peraltas Partner Boyle (Joe Lo Truglio aus „Wet Hot American Summer“) eckt mit seiner übermäßig netten und emotionalen Art oft bei den „echten Männern“ (und „echten Frauen“) um ihn herum an, Sekretärin Gina (Stand-Up Komikerin Chelsea Peretti) steckt ihre Nase überall hinein und tut alles, um so wenig wie möglich arbeiten zu müssen, Detective Sergeant Jeffords (der immer grandiose Terry Crews aus „Alle hassen Chris“ und „The Expendables 1-3“) ist ein Muskelpaket mit ultraweichem Kern, Detective Diaz (Stephanie Beatriz) ist immer mies gelaunt und lächelt nur, wenn jemandem, der es verdient hat, etwas schlimmes passiert, etc.

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Doch trotz all dieser Klischees handelt es sich bei „Brooklyn Nine-Nine“ um eine der besten Comedyserien seit Jahren! Nur wenige Gags zünden nicht, die Charaktere haben mehr zu bieten, als es deren kurze Rollenbeschreibung erahnen lässt, die Schauspieler sind allesamt erste Sahne und die Drehbücher sind niemals langweilig. Auch wenn ich mir hin und wieder wünschte, die einzelnen Kriminalfälle und deren Auflösung würden mehr im Mittelpunkt stehen. Auch die Pilotfolge überzeugt nicht zu 100%. Trotz der Regie von Phil Lord und Chris Miller („Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“, „21 Jump Street“, „The Lego Movie“) ist diese „nur“ ganz okay. Vor allem Peralta kommt hier oft wie ein unsympatischer Arsch rüber. Doch für einen Comedypiloten ist es immer noch wirklich gut.

Gebt der Serie einfach ein paar Folgen Zeit. Das sollte man ohnehin bei jeder Serie machen. Aber diese schließt man ganz schnell ins Herz. Jeder, der genug von der Chuck Lorre Schreckensherrschaft hat und mal wieder tatsächlich bei einer Comedyserie lachen will, sollte also entweder Netflix oder heute um 23 Uhr RTL Nitro einschalten. Die weiteren Folgen laufen immer Freitags um 21:10 Uhr.

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