Hurra für mehr Bob!

„Bob’s Burgers“ wurde für zwei weitere Staffeln verlängert! Das wären dann die Siebte und Achte! Und lasst mich diesen Moment mal nutzen um etwas weiter auf „Bob’s Burgers“ einzugehen, denn die Serie ist hierzulande noch verhältnismäßig unbekannt. Sie hat den Geheimtipp Status zwar schon lange verlassen, aber da sie im deutschsprachigen Raum ein Dasein im Comedy Central Ghetto fristet, erzähle ich euch trotzdem mal, warum die Serie es wert ist gesehen zu werden.

Es handelt sich dabei um eine weitere Zeichentrickserie für Erwachsene. Oder zumindest nicht unbedingt für ein reines Kinderpublikum. Auf einer Skala von „Die Simpsons“ (Manchmal etwas derbe und vielleicht nichts für allzu junge Kinder, kann aber mit der Familie angesehen werden) bis „drittklassige Adult Swim Show“ (Jede Menge Sex, Gewalt, als Satire getarnter Rassismus und vielleicht auch noch ein paar Vergewaltigungswitze), fällt „Bob’s Burgers“ auf jeden Fall mehr auf die Simpsons-Seite. Zumindest ab der zweiten Staffel. Aber fangen wir mal von vorne an.

Der titelgebende Bob heisst mit Nachnamen Belcher und ist ein nicht unbedingt sehr heller, aber liebevoller Ehemann, Vater und Besitzer einer Burgerbude. (Das ebenso titelgebende „Bob’s Burgers“.) Ehefrau Linda liebt es, immer wieder so laut wie möglich Songs zu improvisieren, Sohn Gene hat zu jeder Situation einen so dämlichen wie zum schreien komischen One-liner abzugeben, die älteste, mit einer eindeutigen Männerstimme sprechende Tochter Tina ist so neurotisch wie romantisch (und auf Hintern fixiert), während das jüngste Kind Louise vom Leid anderer Menschen fasziniert ist und es liebt Chaos anzustiften. Das klingt alles wenig originell, ist aber verdammt witzig.

Der hier ist auch gut:  Der Akte X Spätstart Report: "Das Nest", "Signale" und "Der Teufel von Jersey"

Anfangs hatte die Serie ein paar Startschwierigkeiten. Ich kenne nur wenige erste Staffeln, bei denen es so deutlich ist, dass die Macher nicht wussten, welchen Weg sie einschlagen sollten. Alle Zutaten, die „Bob’s Burgers“ sehenswert machen, waren zwar schon vorhanden, aber im Gegensatz zu den weiteren Staffeln, war Staffel 1 durchaus etwas derber. Es gab Witze über männliche Prostituierte und Drogenmissbrauch, ein Nebencharakter wurde als Windelfetischist geoutet, Tina hatte Sexträume über Zombies und es gab auch eine ganze Folge über eine Tante, die Bilder von Tieranussen malt. Aber irgendwie schien man sich trotzdem immer zurückzuhalten. Als wollten die Autoren einerseits cool und edgy sein und das hippe Seth McFarlane Publikum beeindrucken, obwohl sie sich nicht wirklich wohl dabei fühlten.

Mit Staffel 2 wurde dies aber geändert. Alles falsche „Hi hi, wir sind so böse“, wurde entfernt und selbst Tinas Hingezogenheit zu Zombie ist mittlerweile mehr charmant als Geschmacklos. Man hörte sogar auf, in der Originalfassung alle Dialoge auf schmerzhafteste Weise improvisiert klingen zu lassen. Was blieb, war eine stimmige, immer witzige und oftmals überraschend gefühlvolle, animierte Familien- und Arbeitsplatz Sitcom. Wer sich nach Ansicht der Auftaktstaffel nicht sicher ist, ob es sich lohnt dabei zu bleiben, sollte zumindest den ersten beiden Folgen der zweiten Staffel, „Die Belchies“ und „Bob-Tage“, eine Chance geben. Schon bei diesen Beiden ist ein eindeutiger Qualitätsanstieg bemerkbar und von dort an wird es nur besser.

Der hier ist auch gut:  Das monatliche Plauderpop Flixtape: Das Leben auf der Erde, danach und darüber hinaus

Also, zwei weitere Jahre mit den Belchers! In meinen Augen auf jeden Fall gute Nachrichten. Feiern wir das mit Musik!

Bob’s Burgers : Tina Moombahton Remix from Eclectic Method on Vimeo.

Facebooktwittergoogle_plusredditpinteresttumblr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.